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Zukunftsvision: So soll das Gelände am Haus des Gastes aussehen. 

Ehrgeizige Pläne im Zuge der Dorferneuerung

Wallgaus wunderbare Wellness-Welt

Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) will den Gesundheitstourismus als Chance nutzen und ein Wellnesszentrum mit Almsauna-Landschaft am Haus des Gastes errichten. Bei der Dorfversammlung stellte er das ehrgeizige Projekt vor.

WallgauEin Wellnesszentrum mit Saunalandschaft im saftigen Grün vor der Isartaler Bergkulisse. Genauso stellt sich der Wallgauer Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) künftig das Areal am Haus des Gastes vor. Das Konzept hat man im Zuge der Dorfentwicklung, deren Beteiligten und in Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat auf breiter Basis erarbeitet.

Seit über zwei Jahren feilen sie nun am Konzept. Entstehen soll eine kleine Oase mit einer finnischen, Skihütten- und Bio-Alm-Sauna sowie einem Zirbenholz-Ruheraum, einem Dampfbad, Kneippbecken, einem Schwimmteich sowie einem kleinen Obstgarten. Ergänzt wird das Wellness-Zentrum durch Physiotherapeuten, Fitness- und Spa-Bereiche

Der Rathauschef will „keinen Graben“ in seiner Ortschaft sehen, der sich durch die Bevölkerung ziehen könnte. Wohl ein Hinweis auf das benachbarte Mittenwald, wo der geforderte Neubau eines Schwimmbades zu einer regelrechten Patt-Situation führte und das Für und Wieder im Vorfeld zur Polarisierung in der Bürgerschaft und im Gemeinderat geführt hat.

Deshalb sieht das Prinzip in Wallgau anders aus. Im vorgestellten Konzept konzentriert man sich ausschließlich auf den Wellness-Faktor. Finanziert soll er extern werden, allerdings ist auch die Einbeziehung zum Beispiel von einheimischem Kapital in Form von „Bausteinen“ möglich. „Wir haben bereits zwei ernsthafte Interessenten“, die als Investoren die Anlage verwirklichen und betreiben könnten, verdeutlicht Zahler, vom zusätzlichen Umsatz für das Haus des Gastes ganz zu schweigen. Denn im Gegensatz zu einem defizitären Schwimmbad könnte man einen Sauna und Wellnessbereich gewinnbringend vermarkten, wie der Bürgermeister seinen Zuhörern versichert. Denn würde sich die Gemeinde selbst dieses Projektes annehmen, „kommen wir schnell an die Grenze unserer Leistungsfähigkeit“. Schließlich sollen sich die Kosten auf etwa 2,5 Millionen Euro belaufen.

Etwas skeptisch wurde deshalb die Frage aufgeworfen, wie viele Besucher denn die Saunalandschaft nutzen müssten, dass sich das Vorhaben rentiert. „Wir rechnen momentan mit durchschnittlich 70 Gästen täglich.“ Eine Hürde, die für den Rathauschef machbar scheint. „Wir haben das Besucher-Potenzial bereits berechnet.“ Hierzu wurden „branchenübliche Vergleichszahlen als Berechnungsgrundlage verwendet“. Der bestehende Eisplatz würde dann in Schattenlage an den Spielplatz verlegt, die Vereinsgarage an den Küchenbereich des Haus des Gastes angegliedert werden.

Berücksichtigt haben Zahler und Co. bei den Kalkulationen zudem sowohl die Wettbewerbssituation im Bereich der öffentlichen Einrichtung, als auch „der Hotels mit Ausrichtung auf Wellness sowie lokale Besonderheiten im Bezug auf Verhalten der lokalen Bevölkerung und der Gäste“. Grundsätzlich rechnet man „mit einem Einzugsgebiet von 30 Minuten Fahrzeit“. Somit wäre „ein Besucher-Potenzial von etwa 54 000 im besten sowie 27 000 im schlechtesten Fall möglich“.

Doch nicht nur ein neues Besucherklientel könnte laut Zahler in die Alpenwelt Karwendel gelockt werden. Auch „der Arbeitsmarkt für Wallgau kann durch die Angebotsvielfalt interessanter werden und qualifizierte Arbeitskräfte anziehen“.

Wunderbare Wellness-Welt – wie der Alpenwelt-Karwendel-Partner Mittenwald wohl diese ambitionierten Pläne findet?

Josef Hornsteiner

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