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Arbeiten vor Traum-Panorama: Die Handwerker genießen es in vollen Zügen.

Ein Dorf packt an

Das Juwel von Wallgau

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Der neue Unterstand auf dem Wallgauer Aussichtsberg kann sich sehen lassen. Das Blockhaus ist das Gemeinschaftswerk vieler fleißiger Hände. Die Initialzündung zu diesem gelungenen Projekt auf knapp 1200 Metern Höhe hatGemeinderat und Gebirgsschützen-Hauptmann Hans Baur geben.

Wallgau – Es ist trocken wenige Stunden vor dem Jahreswechsel – Schnee? Mangelware. Plötzlich ziehen Rauchschwaden über den Krepelschroffen, Wallgaus Sonnenberg brennt lichterloh. Gegen 20.15 Uhr erfolgt der Notruf, Feuerwehren aus dem ganzen Landkreis rücken an – um die 220 Mann. Einer von ihnen ist Bürgermeister Hansjörg Zahler. „Das ging alles sehr schnell“, erinnert sich der Rathauschef. Mit Bulldogs versuchen die Einsatzkräfte, an diesem 31. Dezember 2016 in unwegsamem Gelände und auf glattem Untergrund zum Brandherd zu gelangen. „Ein Knochenjob“, sagte damals Kreisbrandrat Hannes Eitzenberger. Am Ende fallen drei Hektar Wald den Flammen zum Opfer. Auch von dem Unterstand auf knapp 1200 Metern Höhe bleibt nur mehr eine qualmende Ruine übrig.

Knapp zwei Jahre später ist auf dem Gelände der Posthalter-Familie Neuner etwas Neues entstanden: eine Blockhütte mit Lärchenschindeln. Wer darin Platz nimmt, dem tut sich ein atemberaubendes Panorama auf – da die Soiern, dort das Karwendel.

Doch ehe der heimische Zimmerermeister Marcus Sperer und sein Team ihr Werk vollenden konnten, war im Vorfeld einiges zu leisten. Gemeinderat und Gebirgsschützen-Hauptmann Hans Baur kann ein Lied davon singen. Er gab die Initialzündung. „Sonst wäre da oben nie was passiert.“ Landrat Anton Speer hatte seinen Wallgauer Spezl darauf aufmerksam gemacht, dass für kleine Projekte Gelder aus dem Leader-Fördertopf bereitstehen würden. „Das kannst doch nicht hinten lassen“, sagte Baur angesichts der 1000 Euro Startkapital. Nun warb der Hauptmann bei seinen Gebirgsschützen für das Projekt. Die folgten ihrem Chef. Zum Projektleiter beauftragte die Kompanie Salutzugführer Florian Baumann. Dieser wiederum arbeitet bei der Zimmerei Sperer. Auch der Gemeinde-Bauhof, der das Fundament fertigte, und der Johanniverein sorgten für das Gelingen dieses Gemeinschaftswerks. Doch Baumann und Sperer waren die entscheidenden Kräfte. „Ohne die beiden wäre es nicht gegangen“, verdeutlicht Baur.

Vor wenigen Tagen beim Abbinden des Dachstuhls halfen bei schönem Herbstwetter 14 fleißige Wallgauer mit. Doch trotz vieler freiwilliger Leistungen wird am Ende ein fünfstelliger Betrag für das, so Bürgermeister Zahler, „richtige Juwel“ zu begleichen sein. In diesem Zusammenhang sei ein weiteres Mal Impulsgeber Baur erwähnt. Der wünschte sich heuer an seinem 70. Geburtstag (16. September) von seinen Gästen keine Geschenke, sondern eine Spende für den neuen Unterstand. Am Ende waren es 6000 Euro (!).

Ein Grund mehr zur Freude. Zumal die Baustelle in unwegsamem und steilem Gelände nicht leicht zu erreichen ist. „Das war schon ein Unternehmen“, meint Baur. „Logistisch und organisatorisch bestens bewerkstelligt.“

Nun wünscht sich Bürgermeister Zahler nur noch eines: „Dass da oben keiner mehr zündelt.“ Wer die Rakete oder ähnliches vor knapp zwei Jahren abfeuerte, weiß bis heute keiner ganz genau. Zwar meldete sich nach dem Unglück ein Mann, der zur besagten Zeit dort oben war. Ob er aber tatsächlich der Auslöser war, konnte nie bewiesen werden.

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