Der künftige Lebensmittelmarkt der Raiffeisenbank in Wallgau
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Noch ist der Laden leer. Doch das soll sich ab dem Mitte März ändern.

Vorfreude in Wallgau

Lebensmittelmarkt: Warum die Raiffeisenbank zwei Wochen später öffnet

  • vonChristof Schnürer
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Die Wallgauer müssen sich noch etwas in Geduld üben: Der Lebensmittelmarkt der heimischen Raiffeisenbank kann statt am 1. erst am 15. März seine Ladentüren öffnen.

Wallgau – Stichtag war der 1. März. Dann sollte im Lebensmittelmarkt der Raiffeisenbank Wallgau-Krün der Betrieb starten. Dieser ehrgeizige Termin ließ sich nicht aufrechterhalten: Technische Probleme. „Außerdem brauchen wir einen Vorlauf mit unseren Zulieferern“, teilt Vorstandsvorsitzender Matthias Breith mit. Er und seine Kollegen visieren nun den 15.

März an. Dann kann das Abenteuer in der Lebensmittel-Branche beginnen. Breith kann’s schon gar nicht mehr erwarten. „Wird Zeit, dass es los geht, wir sind sehr positiv gestimmt.“ Die Rückmeldungen von Seiten der Wallgauer sollen rundwegs verheißungsvoll gewesen sein. Kein Wunder: Schließlich dürsten sie seit der Schließung der Rewe-Filiale im Dezember 2017 schon über drei Jahre nach einem Supermarkt.

Genauso lange stand das Geschäftshaus des ehemaligen Gemeinderats Dr. Josef Neuner leer – bis Anfang Oktober 2020 die Raiffeisenbank mit ihren Plänen dort aufhorchen ließ. Doch ein schneller Einzug war angesichts diverser Sanierungsarbeiten in dem über 30 Jahre alten Komplex nicht stemmbar. Kühltechnik, Elektrik – alles musste auf den neuesten Stand gebracht werden. „Wir haben uns das auch günstiger vorgestellt“, räumt Breith ein. „Aber dann kommt eines zum anderen.“ Unterm Strich bleibt eine Investition im mittleren sechsstelligen Bereich. „Wir haben aber auch nicht gespart.“ Schließlich möchte man erfolgreich in diese ungewohnte Sparte starten. Aufgrund der üppigen Kosten glaubt Breith übrigens, dass sich das Projekt frühestens in drei Jahren amortisiert habe.

Wir müssen alles tun, dass der Laden läuft.

Bürgermeister Bastian Eiter

Jetzt jedenfalls stehen die zehn Angestellten und der hauseigene Metzger Gewehr bei Fuß. Bald schon können die Wallgauer wieder in Wallgau ihre größeren Einkäufe tätigen. Was natürlich auch den Bürgermeister Bastian Eiter (Wählerverein) freut. „Wir müssen alles tun, dass der Laden läuft.“ Also ein stückweit lokalpatriotisch denken.

Was wird nun aus dem Kirchenböbl?

Doch angesichts einer gewissen Euphorie fragen sich jetzt viele im Dorf: Was wird jetzt eigentlich aus dem Kirchenböbl? Sollte nicht in der verwaisten Gemeinde-Immobilie am Dorfplatz bald das Leben pulsieren – in einem Neubau mit integriertem Dorfladen? „Man muss der Realität ins Auge sehen“, sagt Eiter. „Wir dürfen keine Konkurrenz aufbauen und der Raiffeisenbank das Wasser abgraben.“ Doch falls die Kommune tatsächlich einen neuen Komplex im Herzen Wallgaus schafft, muss dieser ebenfalls vor Leben sprühen. Eine Schnapsbrennerei wird’s nicht mehr sein, wohl auch keine Apotheke oder Arztpraxen. Was dann? „Ich habe eine Idee“, verrät Eiter. Mehr gibt’s vorerst nicht außer das Bekenntnis, dass der Kirchenböbl in Gemeindebesitz bleiben muss. „Die Stadt München verkauft ja auch nicht ihren Marienplatz.“

Ein Satz, den Gemeinderat Josef Berwein junior (Wählerverein) sicher unterschreiben würde. Er und seine rund zehn Landwirtskollegen haben nach der Raiffeisen-Offensive vorerst den Traum vom kleinen Bauernladen im Kirchenböbl auf Eis gelegt. „Das werden wir noch einmal komplett überdenken müssen.“ Doch vom Tisch sind die Pläne ihm zufolge nicht. Zumal Berwein bezweifelt, dass ein Mini-Geschäft am Dorfplatz tatsächlich eine Konkurrenz für einen Lebensmittelmarkt an der Peripherie darstellen würde. Nun will die Bauernschaft „erst mal abwarten“, wie sich der neue Markt an der Mittenwalder Straße entwickelt. Und selbstredend wünscht Berwein den Betreibern alles Gute. „Denn das ist unsere Bank!“ Möglicherweise kommt man mit ihr in puncto Fleisch-Lieferung auf einen Nenner. „Doch zu Münchner Schlachtpreisen wollen wir unsere Produkte nicht vermarkten.“

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