Eine Animation des Architekturbüros Arnold/Werner zum  künftigen  künftigen Wallgauer Refugium
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So soll das künftige Café Einkehr aussehen.

Gemeinderat stellt Antrag zurück

Extraklasse im alten Gewand: Was ein Münchner Investor mit dem Café Einkehr vorhat

  • vonChristof Schnürer
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Das ehemalige Wallgauer Café Einkehr Maximilianshof soll ein Urlaubsdomizil der besonderen Art werden. Das zumindest plant der neue Eigentümer Steffen Werner.

Wallgau – Es ist gespenstisch ruhig am ehemaligen Café Einkehr Maximilianshof. Was natürlich in erster Linie mit den Corona-Beschränkungen zu tun hat. Doch geht es nach Steffen Werner, soll in diesem Refugium in malerischer Abgeschiedenheit das Leben bald zurückkehren – in Form einer komplett umgebauten und sanierten Herberge der Extraklasse. „Wir wollen weg vom Billig-Tourismus“, verdeutlicht der Münchner Unternehmer und Architekt, der teilweise am Walchensee lebt.Über seine Jupiter-Holding-GmbH will Werner das ehrgeizige Projekt angehen. „Es ist ein nachhaltiges Konzept, an dem wir lange gearbeitet haben“, versichert der Mann aus der Landeshauptstadt. „Die Baukörper werden nicht verändert.“ Der Gemeinderat Wallgau, der sich am Donnerstagabend mit dem Bauvorhaben am Ottenwanger Weg beschäftigte, kann grundsätzlich gut mit Werners Plänen leben. Doch leichte Skepsis hörte man während der Debatte dann doch heraus. „Wir müssen uns versichern, dass das auch touristisch bleibt“, gab Zweiter Bürgermeister Bernhard Wilde (Wählerverein) zu Bedenken. „Es soll kein Zweitwohnungsrefugium im besten Grün werden“, ergänzte Rathauschef Bastian Eiter (Wählerverein).

Weniger Betten, dafür das Ganze hochwertiger.

Steffen Werner

Bauherr Werner versteht die Zweifel nicht. „Natürlich wollen wir eine touristische Nutzung, alles andere macht doch keinen Sinn.“ Geplant sind auf dem ungefähr 6000 Quadratmeter großen Areal, das ob der Nähe gefühlt auf Krüner Flur liegt, ein deutlich kleineres Café, aber mit einer spürbar größeren Terrasse, zwei Wohnungen (wie bisher) sowie vier Ferienwohnungen, inklusive einer Panorama-Suite im Dachgeschoss. „Weniger Betten, dafür das Ganze hochwertiger“, lautet Werners Credo.

Winterschlaf: Im Café Einkehr herrscht derzeit nicht zuletzt aus Corona-Gründen Ruhe.

Vor geraumer Zeit erwarb er von der heimischen Familie Schleich das Filetgrundstück im Außengebiet. 1961 entstand dort ein Aussiedlerhof. „Das Baurecht war nur über die landwirtschaftliche Privilegierung möglich“, teilt der Bürgermeister mit. 1971 realisierten die Eigentümer im Hauptgebäude ein Café und im oberen Stockwerk erste Gästezimmer. 1980 folgte die Errichtung eines Stallgebäudes. Ein weiteres anvisiertes Wohnhaus samt Heustadel lehnte der Rat 1981 ebenso ab wie ein Einfamilienhaus 1985. Letzte Veränderungen am Café Einkehr erfolgten 1995 mit der Umgestaltung einer Wohnung, dem Teilausbau der Tenne sowie der Verwirklichung einer Doppelgarage. In 60 Jahren ist am Ottenwanger Weg also einiges entstanden.

Gemeinderat stellt Baugesuch zurück

Als Werner vor einiger Zeit diese Schmankerl-Immobilie für ordentlich Geld sein Eigen nennen durfte, mutierte im Vorjahr das gute alte Café Einkehr zum Flushing-Meadows-Camp – ein sogenanntes Pop-Up-Projekt, also eines, das zeitlich begrenzt ist. „Wir wollten es einfach wiederbeleben“, verdeutlicht Werner. Die künftige Variante sei ihm zufolge „anspruchsvoller und design-affin“.

Doch der Gemeinderat hat Bedenken. Mit 11:1 (Gegenstimme Florian Holzer/CSU. „Man sollte das nicht blockieren“) votierte das Gremium auf Zurückstellung des Baugesuchs, bis einige rechtliche Fragen geklärt sind. Dr. Johann Neuner (Wählerverein) sieht beispielsweise „die Gefahr der Zerstückelung. Das sollte in der privilegierten Lage vermieden werden“.

In diesem Zusammenhang merkte Bürgermeister Eiter an, dass bis heute in puncto Wasserversorgung „definitiv noch nichts“ geregelt sei. Diese ist mehr oder weniger von der Anrainergemeinde Krün geduldet. Nicht zuletzt deshalb muss im Vorfeld dieses Modernisierungsprozesses am stillgelegten Café Einkehr eine vertragliche Regelung her – etwas Schriftliches.

Die Erschließung ist das eine, die Ästhetik das andere – zumindest für ein Ratsmitglied. „Es gibt auch gestalterische Fragen“, merkte Karlheinz Schwaiger (Wählerverein) an. „Das sieht ganz anders als vorher aus.“

„Wir wollen es auch anders machen“, unterstreicht Ideengeber und Investor Werner. Die kommenden Wochen und Monate darf er in Wallgau noch viel Überzeugungsarbeit leisten, damit aus seiner Vision irgendwann Wirklichkeit wird.

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