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Rot wie der Teufel: Vor der Wallgauer Kirche steht der knallig beklebte Stromkasten. 

Stromkasten regt die Menschen im Dorf auf

Feuerroter Schandfleck - direkt an der Wallgauer Kirche

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Er stört: Vodafone hat einen Stromkasten an der Wallgauer Kirche mit Werbung beklebt. Die Gemeinde will das Vorgehen nun rechtlich prüfen lassen. Gleichzeitig gibt es einen Antrag, alle Exemplare am Dorfplatz – auch die zwei grauen – zu verlegen.

Wallgau – Eigentlich nimmt sie kaum einer wahr. Die grauen Stromkästen am Wallgauer Dorfplatz fallen nicht groß auf. Ein Exemplar, das vor der Kirche, springt einem nun aber regelrecht ins Auge. Es leuchtet in knalligem Rot. Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) beschreibt es so: Der Stromkasten „steht drin wie Falschgeld“.

Früher wurde dieser von der Telekom betrieben, heute von Vodafone. Das Mobilfunkunternehmen hat ihn mit dem Firmen-Logo beklebt. „Das sieht aus wie SPD-Werbung“, sagt Zahler. Den Geschmack des „Schwarzen“ trifft die Box nicht gerade. Zahler bezeichnet sie als „roten Schandfleck“.

Mit dieser Meinung steht er nicht alleine da, der Gemeinderat teilt sie. Einfach akzeptieren will die neue Optik niemand. Zumal Zweifel bestehen, dass Vodafone den Kasten so mir nichts, dir nichts umgestalten hätte dürfen. Den Grund lieferte Zahler in der Sitzung des Kommunalparlaments: „Wenn der Kasten nackert dasteht“, sagte er, „dann ist’s eine Einrichtung infrastruktureller Natur.“ Jetzt dient das Exemplar aber als Werbefläche. Somit wird’s problematisch. Überschreitet diese eine Größe von einem Quadratmeter sei das Vorgehen baurechtlich genehmigungspflichtig. Zumindest schätzt Zahler die Lage so ein. Ein entsprechendes Schriftstück ist ihm allerdings nicht bekannt.

Für Hans Baur (Wallgauer Wählerverein/WWV) eine klare Sache: Falls es sich um eine nicht-genehmigte Werbung auf einer öffentlichen Fläche handelt, dann „kann man was verlangen“, meinte er. Der Bürgermeister möchte die Situation aber erst mit dem Landratsamt rechtlich abklären. „Ich will keinen Vorstoß machen, wenn’s nicht sicher ist.“

Kontakt mit dem Mobilfunkriesen hat die Gemeinde ohnehin bereits aufgenommen. Allerdings in einer anderen Angelegenheit. Der WWV hatte den Antrag eingereicht, die drei Stromkästen am Dorfplatz zu verlegen. Dieser wurde einstimmig zurückgestellt – bis die Kostenfrage geklärt ist.

Das kann dauern. Mit Bayernwerk – darüber laufen das Stromnetz und die Straßenbeleuchtung – gab es bereits einen Ortstermin. Das Unternehmen wollte ein Angebot schicken. Noch ist das nicht passiert. Von Vodafone-Seite blieb es lange still. Jetzt kam eine Rückmeldung. Kurz und knapp, aber mit wichtiger Info: Das Unternehmen würde die Stromkästen versetzen und will sich mit der Gemeinde in Verbindung setzen, wo diese stattdessen installiert werden könnten. Von den Kosten ist in dem Schreiben noch keine Rede, macht Zahler auf Tagblatt-Nachfrage deutlich. Er sieht die Zusage mit einer guten Portion Skepsis – aus Erfahrung. „Man muss aufpassen, noch ist nichts passiert.“

Der Bürgermeister rechnet ob der aufwändigeren Arbeiten für die Versetzung der Stromkästen mit erheblichen Kosten. „Das kann ins Geld gehen“, betont er. Vor allem aber aus einem logistischen Grund würde Zahler das Vorhaben nur ungern überstürzen.

Wie berichtet, soll der Dorfplatz samt Kirchenböbl umgestaltet werden. Im Zuge dessen wäre es ihm zufolge der geeignetere Zeitpunkt, die unattraktiven Stromkästen an einen anderen Standort zu verlegen.

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