Stehen zusammen: Die Porer-Schwestern Elisabeth (l.) und Anna aus Wallgau vor der Oswaldhütte in der Vorderriß.
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Stehen zusammen: Die Porer-Schwestern Elisabeth (l.) und Anna wagen in der Vorderriß das Abenteuer.

Zwei Schwestern, ein Ziel

Oswaldhütte: Wallgauerin wagt in Vorderriß das Abenteuer

  • vonChristof Schnürer
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Mit gerade einmal 20 Jahren übernimmt Elisabeth Porer aus Wallgau die Oswaldhütte in der Vorderriß. Ihre ältere Schwester steht tatkräftig zur Seite.

Wallgau/Vorderriß – Die zwei halten zusammen, komme, was wolle. „Das haut hin, wir sind ganz dicke“, scherzt Anna Porer (25) und meint damit das harmonische Verhältnis zu ihrer jüngeren Schwester Elisabeth (20), die am 1. April das Abenteuer in der Vorderriß wagt. „Für mich geht ein echter Traum in Erfüllung“, betont die euphorische Wallgauerin, die dort mit gerade einmal zwei Dekaden Lebenserfahrung als neue Pächterin die Oswaldhütte übernimmt.Um das lauschige Anwesen direkt an der Route Richtung Eng, oberhalb des Rißbachs gelegen, kümmerte sich in den vergangenen sechs Sommern Veronika Lindner. Vor einigen Monaten hatte sie dem Gaißacher Landwirt Peter Wasensteiner, dem Eigentümer der rustikal-romantischen Hütte, aus persönlichen Gründen ihren Abschied mitgeteilt.

Schnell fand der Mann aus dem Isarwinkel mit Elisabeth Porer jedoch eine Nachfolgerin. Das Madl vom Wallgauer Kramerhof ist eigentlich gelernte Tierarzthelferin. Was bei ihrer künftigen Arbeit durchaus von Vorteil ist. „Denn wir werden uns um das Jungvieh kümmern.“ Der Umgang mit den Vierbeinern ist den Porer-Schwestern von Kindheit an vertraut, schließlich sind sie auf einem Bauernhof aufgewachsen. „Daher ist mir die Stallarbeit nicht fremd“, verdeutlicht Elisabeth Porer, die in ihrer Freizeit viel mit Pferden und der Kutscherei zu tun hat.

Die Anna ist mit Leib und Seele dabei.

Elisabeth Porer

Aber selbstverständlich werden auch die Gäste auf der Terrasse versorgt. Bergwanderer, Radfahrer und Ausflügler gehören dazu. Am Angebot der Vorgängerin wird sich nichts ändern. Brotzeiten mit Speck und Käse gehören dazu, selbstverständlich gibt es aber auch Kaffee und Kuchen. Und da kommt natürlich die ältere der Porers ins Spiel. Denn Anna ist gelernte Hauswirtschaftsmeisterin. Mit anderen Worten: Auch wenn sie sich spaßeshalber als die „Handlangerin“ bezeichnet, wird sie in der Oswaldhütte in kulinarischen Fragen die Nummer eins sein. Spricht Anna Porer von der Speisekarte, fallen bei ihren Gerichten Begriffe wie „saisonal, regional und hausgemacht“. „Da lege ich wert darauf.“ Zuletzt sammelte sie Erfahrung als Küchenleitung in der Jugendherberge Bad Tölz. „Die Anna ist mit Leib und Seele dabei“, meint ihre künftige „Chefin“ Elisabeth.

Ihr ist vollkommen klar: „Das wird viel Arbeit werden.“ Ein Biergarten voller Gäste, im Stall eine trächtige Kuh und auf der Weide das Jungvieh. Daneben müssen die Porers in der angeschlossenen Ferienwohnung noch nach dem Rechten sehen.

Doch die naturverbundenen Isartalerinnen nehmen die Herausforderung an – nicht zuletzt in dem Wissen, dass die ganze Familie zusammenhilft. Egal ob die Eltern, Elisabeths Freund Thomas, die Tante, der Cousin oder Kathrin (26), die älteste der drei Porer-Schwestern, „alle werden sie uns in der Oswaldhütte unterstützen“, weiß die neue Pächterin. Was sie noch nicht abschätzen kann: Wann sie in Corona-Zeiten ihre lauschige Einkehr überhaupt aufsperren darf.  

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