Ribéry-Hammer! Drastische Maßnahme gegen Bayern-Star nach Watschn

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Eine Anleinpflicht gibt‘s in Wallgau noch nicht. Andere Gemeinden haben sie schon eingeführt.

Immer wieder kommt es zu Problemen

Gemeinde Wallgau denkt über Anleinpflicht für Hunde nach - ein anderer Entschluss ist schon gefallen

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Anleinpflicht, mehr Toiletten, höhere Steuern und eine Kurtaxe: Der Wallgauer Wählerverein reicht vier Anträge zum Thema Hund ein. Drei davon werden zurückgestellt.

Wallgau– Immer wieder kommt es zu unangenehmen Vorfällen. Sogar zu Bisswunden. Und immer wieder klagen die Landwirte, dass sie Hundekot auf ihren Wiesen finden, der die Gesundheit ihrer Rinder gefährdet. „Das Problembewusstsein der Hundebesitzer ist nicht da“, kommentierte Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) die Situation. Der Wallgauer Wählerverein (WWV) diese in den Griff bekommen. Vier Anträge reichte die Gruppierung dazu ein, über die nun der Gemeinderat diskutiert hat. Eine Entscheidung fiel in der Sitzung aber nur für ein Ansinnen. Zumindest vorerst.

Einstimmig sprach sich das Gremium dafür aus, die Zahl der Hundetoiletten zu erhöhen. Aktuell gibt’s im Gemeindegebiet zwölf. Um das Entsorgen der Kotbeutel zu erleichtern, werden drei weitere Exemplare aufgestellt: im Bereich des Golfplatzes an der Kalkbrennerstraße, in Obernach und in Richtung Barmsee. Die Kosten lieferte der Rathauschef. Ihm zufolge schlägt eine Station mit 300 Euro zu Buche. Eine überschaubare Summe. Ein Veto aus dem Gemeinderat blieb folglich aus.

Zum vorgeschlagenen Maßnahmen-Katalog gehörte auch, eine Hundeverordnung zu erlassen und eine Anleinpflicht einzuführen. Für sinnvoll erachtete das Philipp Hubbauer (CSU) – aus Erfahrung. „An der Isar oder am Panoramaweg kann man Kinder nicht laufen lassen“, betonte er. Der unangeleinten Hunde wegen. Die rechtliche Komponente rückte Josef Berwein (WWV) in den Fokus. Angenommen, die gemeindlich vorgeschriebene Anleinpflicht fehlt und es würde zu einem Zwischenfall kommen, „dann kann man nicht gegen den Hundebesitzer vorgehen“, betonte er. Ein Aspekt, den schon andere Kommunen wie Grainau, Farchant, Bad Kohlgrub und auch Mittenwald beherzigten und eine entsprechende Regelung beschlossen haben.

Plan: Sich erst mit Krün und Mittenwald austauschen

Der Antrag wurde – wie die zwei anderen – trotzdem zurückgestellt. Zahler würde sich gerne erst mit den Nachbarorten austauschen und abstimmen. Konnte Bastian Eiter (WWV) nachvollziehen, bezog aber klar Stellung. Selbst, wenn Krün nicht mitziehen sollte, würde er die Anleinpflicht in Wallgau einführen. Dagegen spricht auch von Seiten des Bürgermeisters nichts, nur legt er Wert auf die „kooperative Zusammenarbeit“ mit den Alpenwelt-Karwendel-Orten. „Man redet erst.“

Diese Meinung vertrat Zahler auch bei Idee Nummer drei: der Erhöhung der Hundesteuer von 75 auf 90 Euro (für den ersten Hund). Die Rathausverwaltung hatte im Vorfeld der Sitzung die Satzungen von Krün und Mittenwald geprüft. Das Ergebnis: Der Betrag ist in allen drei Orten der gleiche. Ehe Wallgau daran etwas ändert, „wäre es sinnvoll, das mit den anderen Gemeinden zu besprechen“, sagte Zahler. „Es wäre der falsche Weg vorzupreschen.“

Vorab-Informationen holte die Verwaltung zu dem Thema dennoch bereits ein, konkret über die Höhe der Steuer in anderen Landkreis-Kommunen. Demnach verlangt Ohlstadt beispielsweise 50 Euro für den ersten Hund, Farchant 55 Euro. „Wir liegen nicht ganz unten im Schnitt“, merkte der Bürgermeister an.

Bedenken bei Hundekurtaxe

Die Wählervereinigung verfolgt mit der Anhebung ein einfaches Ziel, wie Eiter verdeutlichte: die Ausgaben für die neuen Hundetoiletten, für die Entleerung der Stationen und die Kottüten besser abzudecken. Laut Zahler liegen sie zwischen 5300 bis 5600 Euro pro Jahr. Die Einnahmen dagegen beliefen sich 2017 auf 4700 Euro.

Geht es nach dem WWV sollen künftig nicht nur heimische Hundehalter stärker zur Kasse gebeten werden, sondern auch Touristen sich an den Kosten beteiligen. Die Mitglieder unterbreiteten deshalb den Vorschlag, eine Kurtaxe für Hundehalter einzuführen. Damit stieß die Gruppierung auf wenig Gegenliebe. Selbst aus den eigenen Reihen. Hans Baur verschmähte die Idee. Erstens, weil die Gemeinde erst die Kurtaxe angehoben hat. Zweitens befürchtet er dadurch negative Auswirkungen für den Fremdenverkehr. Die Zahlen „sind eh rückläufig.“

Zahler sieht das ähnlich, hat Bedenken ob der Signalwirkung für Gäste, zumal – vorsichtig geschätzt – etwa ein Drittel davon einen Vierbeiner besitzt. Darüber hinaus erwarte der Besucher etwas für sein Geld. Einen separaten Service, der über Toiletten hinausgehe. Als Beispiel nannte Zahler Hundebäder. Mit einer solchen Reaktion hatte Eiter gerechnet. „Mir war klar, dass die Taxe zum Schmunzeln führt“, sagte der Gemeinderat. An der Grundidee hält er aber fest: „Es muss nicht so heißen, es gibt auch andere Abgaben.“

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