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Gerüchte ranken sich ums Haus des Gastes.

Gerüchte in Wallgau 

Haus des Gastes: Pächterin geht in die Offensive

Üble Gerüchte machen in Wallgau die Runde: Dabei wird unter anderem Vroni Horvath, die Wirtin des Haus des Gastes, aufs Korn genommen. Doch die Geschäftsfrau lässt das nicht auf sich sitzen.

Wallgau – Durch Wallgau geistern Gerüchte. Ziel der offensichtlichen Anfeindungen ist auch das Haus des Gastes. „Hier gibt es eine Pächterin, die schon seit geraumer Zeit keine Pacht mehr zahlt – und die Gemeinde schaut zu – statt eine Ausschreibung für einen neuen Pächter zu starten“, heißt es in einem anonymen Schreiben ans Tagblatt.

Solche Mitteilungen treiben der Pächterin Vroni Horvath, die im November 2014 die gemeindeeigene Gaststätte übernommen hat, die Zornesröte ins Gesicht. „Ich finde es wirklich schade, wenn jemand so etwas behauptet und nicht den Schneid besitzt, mit mir darüber offen zu reden.“

Fakt ist: Gemeinde und Pächterin haben sich auf einen neuen Mietzins geeinigt. Diese Regelung ist seit 1. Januar 2017 in Kraft. Inhalt des Arrangements ist eine spürbar reduzierte monatliche Pacht. „Ein Ansatz, der der Wirtin gefällt und bei der die Gemeinde einen Nutzen zieht“, informiert Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU), ohne natürlich ins Detail gehen zu wollen.

Horvath meint: „Ich finde die Pacht angemessen.“ Die Wirtin suchte nach dem „brutal unglücklichen Jahr 2016“ das Gespräch mit den Rathaus-Verantwortlichen. Kein Schnee im Winter, viel Regen im Sommer, wenig Gäste – da ist auf Dauer kein Land zu sehen. Das war 2015 noch völlig anders – nicht zuletzt wegen des G7-Gipeltreffens.

Auch wenn die Pacht nun deutlich gesenkt wurde, „ist es immer noch ein stolzer Preis“, betont Zahler. Denn die finanzschwache Kommune ist nach wie vor auf Einnahmen angewiesen, zumal das 1998 wiedereröffnete Haus des Gastes noch nicht ganz abbezahlt ist und jährlich in den laufenden Betrieb zwischen 120 000 bis 200 000 Euro an Steuergeldern fließen. Der Pachtvertrag mit Vroni Horvath läuft bis 2019. Derzeit arbeiten bei ihr zwei Vollzeit- und sechs Saisonkräfte. „Wir probieren alles“, versichert die Geschäftsfrau. Sie ist sehr froh, dass in der Saure-Gurken-Zeit ihre Stammtische sie über Wasser halten.

Was sie gerade in solchen kritischen Phasen überhaupt nicht brauchen kann, sind üble Gerüchte, die durch das Dorf geistern.

Christof Schnürer

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