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Wallgauer Herz in Neuseeland vom Zoll gestoppt

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Als Ersatz ein „Herz aus Papier“ dabei: Die Familie (v.l.) Andrea, Petra, Hans und Lisa Wagner am Alpine Crossing in Tongariro/Neuseeland. © privat

Es war schon in Los Angeles, Irland und in Südafrika: das Alpenkultquadrat des Wallgauer Künstlers Bernhard Rieger. Nun sollte es im Rahmen der Aktion „Ein Herz klopft um die Welt“ nach Neuseeland gebracht werden. Doch der Zoll machte einen Strich durch die Rechnung.

Wallgau – Die wunderbare Landschaft Neuseelands und dazu das pinke Wallgauer Herz, das seit 2015 um die ganze Welt getragen wird. Genau so ein Foto wollten Hans und Petra Wagner mit ihren Töchtern Andrea und Lisa auf der anderen Seite des Globus’ machen. Und so ihren Beitrag zu der Aktion „Ein Herz klopft um die Welt“ leisten. Am Ende gab es für den Initiator und Herzmacher Bernhard Rieger aber nur ein Foto mit einem Bild des Herzens in den Händen – weil dem Original die Einreise schlichtweg verweigert wurde.

Das Kuriose: Ein anderes 30 mal 30 Zentimeter großes Kunstwerk Riegers durfte ins Land: „Auf dem Flughafen in Auckland habe ich das Holzquadrat mit dem Hirschen unverpackt dem Zollbeamten gezeigt“, erinnert sich Petra Wagner. Dieses sei als „sauber“ eingestuft wurden. Dann fragte der Zöllner nach weiteren Hölzern oder Wanderstöcken. „Ich habe geantwortet, dass wir noch ein hölzernes Herz dabei haben und musste dies dann aus dem zweiten Koffer auspacken.“ Damit nahm das Einreisedrama seinen Lauf. Denn die Zöllner stellten in dem Herzquadrat plötzlich Löcher und Gänge von Holzwürmern fest. „Uns wurde eröffnet, dass wir das Herz nach 28 Tagen bei der Ausreise wieder abholen können“, erzählt Hans Wagner. Alternativ hätten die Isartaler für rund 120 Euro eine Expertise vom Gesundheitsamt erstellen lassen müssen. Das lehnten sie ab. Also blieb das Herz am Flughafen.

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Im Vergleich: Hans Wagner (r.) mit dem verpackten Herz, Bernhard Rieger (l.) mit dem Original und Petra Wagner mit dem Hirschquadrat. © Kunz

Auf der anschließenden Urlaubsreise durch Neuseeland musste dann ein Miniherz aus Papier, dass die Familie zum Glück dabei hatte, für die Erinnerungsfotos herhalten. Zum Beispiel am nördlichsten Punkt des Landes: dem Cape Reinga oder am Alpine Crossing.

Ende gut, alles gut? Mitnichten. Denn am Abreisetag gab es wieder Stress am Flughafen. „Wir mussten den Empfang des verpackten Herzes bestätigen“, erinnert sich die Ehefrau, „unter Aufsicht eines Zöllners musste ich das Herz in meinen Koffer packen und diesen sofort auf das Laufband stellen.“ Doch plötzlich bekam der Zöllner einen Anruf von einem Kollegen. „Der hatte festgestellt, dass unser Paket angeblich schon vor zwei Tagen abgeholt worden war“, erinnert sich Petra Wagner. Samt Unterschrift einer Frau auf der Bescheinigung. Jetzt war guter Rat teuer, denn der Koffer mit dem „hoffentlich richtigen Herz“ war bereits im Flieger. Die Lösung: „Ich musste auf der von einem weiteren Zollbeamten gebrachten Empfangsbestätigung noch einmal unterschreiben“, war sagte Ehemann erleichtert, „dann durften wir endlich in unseren Flieger“.

Zum Glück war beim Auspacken zu erkennen, dass tatsächlich das richtige Herz daheim gelandet war. „Das Schöne an dieser Geschichte“ ist, meint Hans Wagner, „dass dieses Herz zuvor von meinem Freund nach Ecuador mitgenommen und auf der Äquatorlinie in der Hauptstadt Quito fotografiert wurde.“ Ohne irgendwelche Zoll-Probleme. „Dass mein Herz solche Missverständnisse auslösen kann, hätte ich nie gedacht“, erklärte auch Rieger, der sehr überrascht war. Aber das sei ja das schöne an seiner Herz-Aktion: die Geschichte, die die Riesenden mitbringen.

Wolfgang Kunz

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