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Konnte nur noch tot von seinem Besitzer aus der Isar geborgen werden: Kalb.

Tier hat keine Chance mehr

Kreuzotter beißt Kalb - die Folge ist ein zweistündiger Todeskampf

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Es hatte keine Chance mehr: Für ein Kalb in der Vorderriss kam nach einem Schlangenbiss jede Hilfe zu spät. Nach zwei Stunden Todeskampf ist es verendet. Allein ging es in die Isar.

Wallgau/Vorderriss– Sie ist scheu und schreckhaft, ihr Gift äußerst gefährlich. Vipernarten wie die Kreuzotter fühlen sich in der Vorderriss pudelwohl. Es gibt viele durch die Sonne erhitzte Steine, die Luft ist angenehm warm zwischen den Latschen. Es ist ruhig und abgeschieden. Kein Wunder also, dass man sie hier häufiger als anderswo trifft.

Einem Kalb ist ein solches Reptil mit seinen auffälligen Mustern nun zum Verhängnis geworden. Auf einer Viehweide nördlich des ehemaligen Ölschieferwerks wurde das Jungtier beim Grasen von einer Schlange am Maul gebissen. Es kann nur spekuliert werden, um welche Gattung es sich genau handelte. „Eine Kreuzotter vermutlich“, sagt der Almpächter, der nicht namentlich genannt werden will. Nach dem Biss waren innerhalb weniger Minuten Hals und Zunge des Tieres um ein vielfaches angeschwollen. Das Kalb bekam nur mehr wenig Luft. Zwei Stunden dauerte der Todeskampf, ehe es elend verendete. „Wenn Tiere merken, dass es zu Ende geht, gehen sie oft instinktiv zum Wasser“, erklärt er. 

Video: Europas Giftschlangen: So erkennt man eine Viper


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Ob es deshalb in die Isar gegangen ist oder noch versuchte, das geschwollene Maul zu kühlen, ist unklar. Der Hirte sowie zwei Wanderinnen und der alarmierte Besitzer konnten nicht mehr helfen. Geborgen wurde der Kadaver von drei Krüner Bergwacht-Kameraden. Der Wallgauer Hans Bäck zog das tote Tier mit einer Seilwinde an seinem Bulldog an das höher gelegene Ufer. Im Frontlader brachte er es zur Ochsensitzer-Brücke. Dort verfrachtete der Besitzer, ein Eurasburger Landwirt, sein verendetes Pensionsvieh in einen Anhänger. Darüber, warum heuer gerade am Weidezaun nördlich des Ölschieferwerks besonders viele der gefährdeten Giftschlangen zu sehen sind, kann nur spekuliert werden. Denn eigentlich „geht der Bestand seit Jahrzehnten zurück“, sagt Pressesprecherin Marlis Peischer vom zuständigen Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen. 

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„Wir haben immer wieder mal Schlangenbisse“, sagt Ellen Baum, Leiterin des Veterinäramtes Garmisch-Partenkirchen. Dass aber ein Kalb getötet wird, sei schon „sehr selten.“ Der letzte Todesfall durch einen Kreuzotterbiss in Bayern sei laut Peischer über 50 Jahre her. Für Menschen bestehe allerdings keine akute Lebensgefahr. „Die Schlange geht sehr sparsam mit ihrem Gift um.“ Gegen einen schmerzhaften Biss helfen am besten lange Hose und festes Schuhwerk.

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