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Ersatz gesucht: das mittlerweile geschlossene Mittenwalder Karwendelbad, hier eine Archivaufnahme. 

Wenig Begeisterung für das Millionen-Projekt

Interkommunales Hallenbad: Wallgau sagt Nein

Wallgau - Nach Krün hat nun auch der Wallgauer Gemeinderat einer interkommunalen Zusammenarbeit zum Neubau eines Schwimmbads in Mittenwald eine Abfuhr erteilt. Der Gemeinde ist das finanzielle Risiko zu hoch und die Notwendigkeit zu gering.

Die Zahlen sind ernüchternd, die Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) seinem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung vorgelegt hat. So haben im gesamten Jahr 2015 lediglich 879 Gäste aus Wallgau das Mittenwalder Hallenbad besucht. „Das sind gerade Mal 3,3 Prozent unserer gesamten Urlauber“, erklärt der Rathaus-Chef. Ob bei dieser „sehr geringen Nutzung des Angebots“ eine interkommunale Zusammenarbeit mit Mittenwald bezüglich eines Schwimmbad-Neubaus Sinn macht? Mit dieser Frage setzte sich das Gremium auseinander.

Zahler rechnete weiter: „Wir müssten für den Neubau rund 1,5 Millionen Euro ohne Förderung und jährlich fast 40 000 Euro Unterhaltskosten bezahlen.“ Und das wäre schon „sehr freundlich gerechnet“. Basis seiner Kalkulation ist der Anteil von 17 Prozent, den Wallgau momentan in der Alpenwelt Karwendel hat. Wahrscheinlich würde der Beitrag Wallgaus bei möglichen Baukosten von etwa zehn Millionen Euro „noch höher ausfallen“. Zumal Zahler trotz eines neuen Hallenbades nicht mit mehr Gästen rechnet.

Somit ist ihm das finanzielle Risiko zu hoch. Denn die „Besucherzahl von über einer halben Million jährlich ist eben nur prognostiziert“, meint er. Es könnte also durchaus passieren, dass „auch weniger kommen“. Dafür müsste dann „der Steuerzahler sehr viel bezahlen“ – und das will Zahler seinen Bürgern nicht zumuten. Denn er gibt zu bedenken, dass die Hallenbad-Dichte rund um die Alpenwelt Karwendel „sehr hoch“ sei. Der Gast sei mobil und würde auch andere Angebote nutzen, „was er auch jetzt schon getan hat und auch weiter machen wird“.

Der Gemeinderat sieht es genauso: „Natürlich wäre ein Schwimmbad schön für die Alpenwelt Karwendel“, meint Vize-Bürgermeister Karlheinz Schwaiger (Wallgauer Wählerverein). Aber das Ganze sei „halt kein Wunschkonzert“, sondern man müsste „wirtschaftlichen Denken“. Und da wäre klar: „Wir haben’s einfach nicht im Kreuz.“ Wallgau hätte genug „eigene Baustellen“, an die – zumindest aus finanzieller Hinsicht – zuerst gedacht werden müsste. Besonders schwierig ist für ihn, „dass das Hallenbad von Anfang an ein Zuschussbetrieb sein wird“. Denn auch Zahler weiß, dass Wallgau selbst noch „erhebliche Hausaufgaben zu leisten hat“. Robert Kuplwieser (CSU) meint, dass das Geld „in Wallgau sinnvoller angelegt“ sei als in ein riskantes Hallenbad-Projekt. Die Standortfrage innerhalb der Alpenwelt sei entscheidend. „Es wäre schwierig den Bürgern zu erklären, dass zusätzliche Steuergelder in einen fremden Ort wandern“, meint Hans Baur (Junge Mitarbeiter). Somit teilt Wallgau die gleiche Meinung wie der Krüner Gemeinderat: Bereits vor zwei Wochen stimmte dieser in ähnlicher Argumentation gegen eine Mitfinanzierung eines Hallenbads in der Alpenwelt Karwendel.

joho

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