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Wunderbare Winterwelt: Auf der Kanada-Loipe lässt es sich gut Langlaufen.

Wallgauer Bürgermeister räumt auf mit Gerüchten 

Wird die Kanada-Loipe geschlossen? Eine Liste sorgt für Irritation

Den Namen trägt sie zurecht: Denn die Kanada-Loipe bietet Wintersport in nahezu unberührter Natur. Nun aber kursieren in Wallgau Gerüchte von der Schließung. Der Bürgermeister verweist das ins Reich der Fabel.

Wallgau – Der Wallgauer Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) wird nicht müde zu betonen: „Es gibt keinen Grund und keine Bestrebungen, die Loipe zu schließen.“ Erst neulich sah er sich am Ende der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats ein weiteres Mal zu dieser Stellungnahme genötigt. Nicht zuletzt weil seit einiger Zeit Unterschriften gegen die angebliche Schließung der Kanada-Loipe gesammelt werden.

Veranlasst haben diese Aktion die Wirtsleute des Gasthofs Post in Vorderriß, Britta und Uwe Ellinger. Binnen weniger Wochen sollen sich knapp 400 Langlauffreunde in die Liste eingetragen haben. Diese Aktion erfolgte natürlich nicht ganz ohne Eigennutz. Schließlich ist die abgelegene Gaststätte auf Wintersportler, die sich auf der zirka 15 Kilometer langen Strecke zwischen Wallgauer Isarsteg und Vorderriß abkämpfen, angewiesen.

Doch warum sahen sich die Ellingers überhaupt zu dieser Initiative veranlasst? Nachdem bis kurz vor Weihnachten die Kanada-Loipe noch nicht präpariert war, suchte der Post-Wirt das Gespräch mit dem zuständigen Wallgauer Bürgermeister. Daraus will er unter anderem herausgehört haben, wie aufwändig und kostspielig das Herrichten der Strecke von Seiten der Gemeinde sei. Da schrillten bei einem offenbar die Alarmglocken. Mittlerweile glaubt Ellinger den Beteuerungen aus dem Rathaus. Somit sei die Liste „ein Nachweis, wie frequentiert die Loipe ist“.

Die Schlüsselstelle

Hintergrund des offensichtlichen Missverständnisses zwischen Wirtsleute und Bürgermeister ist die sogenannte Reich’sche Maßnahme im Isar-Flussbett durch das Wasserwirtschaftsamt (WWA). Dieser Eingriff soll laut Zahler „für eine Remobilisierung des Geschiebes sorgen“. Hierzu müssen Bäume und Sträucher samt Wurzeln entfernt und die Isar dazu „bewegt“ werden, dass der Fluss über den gerodeten Bereich fließt und so das Geschiebe wieder in Gang setzt. Dumm nur: In einem etwa 500 Meter langen Bereich, der Bürgermeister sagt dazu „Schlüsselstelle“, verläuft die Isar dann genau in der einzig möglichen Loipentrasse. „Der Witz an der Sache ist, dass wahrscheinlich der andere Arm des Flusses wegen Wassermangels dann ebenfalls verbuscht.“ Zahler betont, man wolle eine einvernehmliche Lösung mit dem WWA finden. „Offensichtlich wird aber von Seiten des Umweltschutzes auf die Durchführung der Reich’schen Maßnahme gedrängt.“

Freiwillige Loipengebühr

Vor diesem Hintergrund ist die Diskussion über die Kanada-Loipe zu sehen, deren Erhalt dem Rathauschef zufolge bis zu 20 000 Euro pro Jahr kostet. Teile davon werden über die Parkraum-Bewirtschaftung am Isarsteg refinanziert (zirka 5000 Euro). Obendrein zahlt die Nachbargemeinde Lenggries, auf deren Flur überwiegend die Strecke verläuft, einen bescheidenen Zuschuss. Von nicht mehr als 1000 Euro ist in Wallgau die Rede. Von den Wirtsleuten aus Vorderriß gibt’s keinen Obolus. Gastronom Ellinger bringt in diesem Zusammenhang eine freiwillige Loipengebühr, wie sie andernorts schon längst Praxis ist, ins Spiel. „80 Prozent der Leute, die ich gefragt habe, wären nicht abgeneigt.“

Christof Schnürer

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