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Wollen’s wissen: (v.l.) Albert Neuner, Margit Bartl, Sabina und Josef Berwein, Christina und Johannes Niklas sowie Franz Bartl planen einen Bauernladen im Kirchenböbl.

Im Kirchenböbl  soll sich was rühren

Wallgauer Dorfladen: Alles frisch aus Bauernhand

Keiner weiß momentan in Wallgau so recht, wie es mit dem Kirchenböbl weitergeht. Sollte das Anwesen am Dorfplatz eine Zukunft haben, könnte sich in einem möglichen Neubau ein Bauernladen finden. Das zumindest planen vier Landwirtsfamilien.

Wallgau – Fleisch, Wurst, Milchprodukte, dazu Brezen und Semmeln – das alles frisch aus erster, aus Bauernhand. Das könnten sich vier Landwirtsfamilien aus Wallgau gut vorstellen. Mit ihren Plänen von einem Dorfladen traten sie nun im Gemeinderat an die Öffentlichkeit. „Wir wollen uns ein zweites Standbein schaffen. Es soll ja weitergehen“, meinte Josef Berwein, der gleichzeitig für den Wählerverein in der Volksvertretung sitzt. Gemeinsam mit Albert Neuner präsentierte er auch im Namen der weiteren zwei Mitstreiter Franz Bartl und Johannes Niklas das Projekt Bauernladen.

Es soll in einem möglichen Neubau (Kirchenböbl) am Dorfplatz realisiert werden. In dem etwa 100 Quadratmeter großen Geschäft mit Küche, Almstube, Büro, Verkaufsbereich und Kühlraum (Keller) wollen die Selbstvermarkter Grundnahrungsmittel aus der Region anbieten. „Wir werden nie ein Supermarkt sein“, versprach Berwein. In besagter Almstube können Kunden aber ein Frühstück oder eine deftige Brotzeit genießen.

„Eine interessante Alternative“, fand Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU). Selbst Nachbar Bernhard Neuner junior (CSU) vom Hotel Post sieht in dem Vorhaben keine Konkurrenz, sondern ein zusätzliches Angebot. Möglicherweise findet sich in einem neuen Kirchenböbl nicht nur der Bauernladen, sondern vielleicht auch noch die Tourist-Info und eine Arztpraxis. Was Zweiten Bürgermeister Karlheinz Schweiger (Wählerverein) zu dem Kommentar veranlasste: „Zuerst Blutproben holen, dann Fleisch kaufen.“

Falls die Gemeinde tatsächlich einen neuen Kirchenböbl baut und Teile davon an die vier Landwirte, die sich zu einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zusammenschließen wollen, verpachtet, muss das „zu ortsüblichem Mietpreis“ geschehen, verdeutlichte Günter Hopfensberger von der Kommunalaufsicht im Landratsamt. Die Gemeinde dürfe einen solchen Betrieb nicht subventionieren. „Das geht wettbewerbsrechtlich nicht.“ Es sei denn, im Dorf gibt es keinen vergleichbaren Laden.

Das Landwirt-Quartett glaubt jedenfalls an seine Geschäftsidee, die im Herbst 2016 geboren worden war. Den Kirchenböbl bezeichnet Albert Neuner dabei als „idealen Standort“. Sobald dort der Neubau steht, „legen wir los“. Doch soweit ist man in Wallgau noch lange nicht.

Zunächst einmal muss die Gemeinde Farbe bekennen, sprich beschließen, was mit dem Kirchenböbl passiert: Abriss, Verkauf, was auch immer. Angesichts der angespannten Finanzlage sollen einige im Rat zu einer Veräußerung tendieren, weil man sich einen Neubau schlicht nicht leisten könne, heißt es.

Wie auch immer. Eine Entscheidung muss her, fordert Bürgermeister Zahler – vorbei die Zeiten der Reden und Gutachten. Ihm zufolge soll’s beim Dauerbrenner Kirchenböbl voraussichtlich im Juli zum Schwur kommen.

Christof Schnürer

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