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Im Kirchenböbl sollen künftig regionale Lebensmittel verkauft werden. 

Ernüchterung im Rathaus

Kirchenböbl in Wallgau: Absagen der großen Anbieter

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Die Suche nach einem Nahversorger gestaltet sich in Wallgau schwierig. Nun visiert man in puncto Kirchenböbl ein Franchise-Konzept an.

Wallgau – Sein Plan geht nicht ganz auf: Hansjörg Zahler (CSU) wollte eigentlich bis Ende des ersten Quartals 2019 ein Ergebnis präsentieren. Im Idealfall einen potenziellen Mieter für die Ladenfläche im Kirchenböbl nennen. Thematisiert hat Wallgaus Bürgermeister im Gemeinderat den aktuellen Stand zur Zukunft des historischen Anwesens am Dorfplatz. Erst mit einer schlechten, dann mit einer guten Nachricht.

Es gibt Probleme beim anvisierten City-Konzept. Dieses beinhaltet, dass sich ein Supermarkt im Erdgeschoss einquartiert. Doch die großen Anbieter wie Rewe oder Edeka nehmen Abstand. Einerseits wegen der unmittelbaren Nähe zu den Filialen von Aldi, Lidl und Co. in Krün, andererseits wegen der Größe der Verkaufsfläche. Der Altbestand verfügt über etwa 330 Quadratmeter. Erschwerend kommt hinzu, dass der Isartaler Ort touristisch eher hinterherhinkt. „Wir haben klare Absagen bekommen“, sagte Zahler in der Sitzung. Mit ein paar anderen Betrieben würden noch Gespräche laufen.

Parallel dazu holte man sich nun Informationen im Landkreis Traunstein. Zu viert, darunter Gemeinderäte und Landwirte, die im Kirchenböbl das Projekt Bauernladen realisieren wollen, ging es nach Grabenstätt, um das junge, private Unternehmen „RegioLand“ kennenzulernen. Die Firma hat über 1000 hochwertige, ausschließlich regionale Produkte im Sortiment und vertreibt diese über ein Franchise-System. Ein Ansatz, der Zahler gefällt. Auch Josef Berwein (Wählerverein), der zu den Landwirtsfamilien mit Bauernladen-Vision zählt, konnte sich damit anfreunden. „Das Konzept ist nicht ganz verkehrt“, sagte er im Gemeinderat. Gleichwohl sieht er es als zusätzliche Option. Denn RegioLand bietet in erster Linie Produkte für den Grundbedarf an. „Man hätte keine Wursttheke“, verdeutlichte Berwein. Zudem erinnerte er daran, dass die Landwirte über ein eigenes Konzept verfügen und „Lieferanten beinander hätten“.

Genau darin liegt Zahler zufolge der Vorteil bei RegioLand. Das Unternehmen „lässt ausdrücklich zu, dass weitere regionale Produkte dazukommen können“. Im Kirchenböbl wäre demnach möglich, deren Grundsortiment zu verkaufen und die Landwirte mit ihrem eigenen Konzept anzugliedern. Heißt in Sachen Wurst beispielsweise, dass diese zum Angebot der Landwirte gehört.

Selbst als Betreiber möchte RegioLand im Kirchenböbl allerdings nicht auftreten. Wallgau liegt nicht im Radius der ersten regionalen Speisekammer, wie sich das Unternehmen selbst bezeichnet. Die Suche nach dem Kopf des Ganzen geht also weiter. Berwein könnte sich folgendes Konstrukt vorstellen: Die zwei Läden mit einem Geschäftsführer zusammenzuführen. Ist eine Möglichkeit, sagt Zahler auf Nachfrage.

Dem Bürgermeister war in der Sitzung vor allem wichtig, den Wallgauer Gemeinderäten aufzuzeigen, dass Entwicklungschancen vorhanden sind. Jetzt müssen die nächsten Schritte folgen. Dabei geht’s drum, in welchem Ausmaß man das Franchise-Konzept haben möchte.

Auch muss die Produktpalette abgesteckt werden. Eine Arbeitssitzung zu dem Thema findet bereits am heutigen Montag statt. Zahler würde dort gerne ein Anforderungsprofil erstellen. Im Anschluss stehen wieder Gespräche mit RegioLand an.

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