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Ortsgeschichte aus Holz und Stein: Der Kirchenböbl zwischen dem Posthotel und der Pfarrkirche St. Jakob prägt das Bild auf dem Wallgauer Dorfplatz.

Beratung vorerst nicht-öffentlich

Kirchenböbl in Wallgau: Leismüllers liefern fristgerecht

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Fällt nun wirklich bald die endgültige Entscheidung, was mit dem Wallgauer Kirchenböbl passiert? Zumindest haben die Gebrüder Leismüller die Frist der Gemeinde eingehalten und einen Vertragsentwurf eingereicht.

Wallgau– Nichts in Wallgau hat so einen Bart wie das Thema Kirchenböbl. Das liegt nicht am Alter des Gebäudes, das 1897 erbaut wurde, sondern an den jahrelangen Diskussionen über dessen Zukunft. Die Brisanz ging allerdings nicht verloren. Die Grundsatzfrage heißt weiter: Abriss und Neubau oder Erhalt? Zwei Lager haben sich im Gemeinderat gebildet, hitzige Debatten inklusive. Diese könnte es auch am  Donnerstag wieder geben – allerdings hinter verschlossenen Türen.

In der Sitzung Ende Februar hatten die Volksvertreter den Brüdern Franz-Martin und Hubertus Leismüller ein letztes Ultimatum gestellt. Die zwei Wallgauer, die in dem gemeindeeigenen Anwesen am Dorfplatz unter anderem eine Schnapsbrennerei unterbringen wollen, sollten sich innerhalb von zwei Wochen schriftlich zum Eckpunktepapier – den beschlossenen Kriterien für einen Erbbaurechtsvertrag – äußern. Ansonsten ist ihre Variante gestorben. Am Mittwoch 14. März, endete die Frist. Die Leismüllers lieferten und reichten einen Vertragsentwurf ein.

Hans Baur (Junge Mitarbeiter) ist froh, dass von Seiten Franz-Martin Leismüllers ein Schreiben abgegeben wurde. Schließlich gehört der 69-Jährige zu den Mandatsträgern, die diesem und seinem Bruder die Stange hielten, die Idee unterstützten. „Das ist er uns schuldig“, sagt Baur auf Nachfrage. Selbst Neubau-Befürworter Hansjörg Zahler (CSU) begrüßt es, dass nun „konkrete, belastbare Äußerungen“ vorliegen. Der Entwurf enthalte im Prinzip verschiedene Vorschläge. Mehr lässt sich der Bürgermeister nicht entlocken. Die Beratung darüber schob er bewusst in den nicht-öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung. Vertragliches wird per se unter Ausschluss der Bevölkerung besprochen. Zahler zufolge fallen darunter auch ein paar Punkte in Leismüllers Schriftstück, das er als „sehr detaillierte Entscheidungsgrundlage“ für das Kommunalparlament bezeichnet.

Beschlossen wird am Donnerstag nichts. Vielmehr geht es darum, Leismüllers Entwurf vorzustellen und erste Gespräche zu führen. Anschließend soll laut Zahler jeder Zeit bekommen, sich damit in Ruhe auseinanderzusetzen und nachzuberaten. Erst in der Sitzung am 26. April werden die Kernpunkte vor Zuhörerschaft diskutiert. „Keiner kann dann sagen, man hat was übers Knie gebrochen oder getrickst“, sagt der Rathauschef mit aller Deutlichkeit.

Zuletzt stand der Vorwurf von Baur im Raum, bestimmte Aspekte wie die Laufzeit des Erbaurechtsvertrags seien im Eckpunktepapier so formuliert, dass eine Zustimmung seitens der Brüder aus wirtschaftlichen Gründen gar nicht möglich wäre. Zahlers Meinung dazu: „Das muss ich widerlegen.“ Es ging lediglich um „Wunschpunkte“, deren Inhalt noch geändert werden könne. Trotzdem stellt er klar: Leismüller handele wie ein Privatunternehmer. Völlig logisch. Die Gemeinde muss dagegen auf sich schauen.„Es gibt Aspekte, über die man zu reden hat.“

Es scheint – man mag es kaum glauben –, dass es nun ans Eingemachte geht. Im Mai, die selbst auferlegte Frist, soll endgültig klar sein, wohin die Reise mit dem Kirchenböbl geht.

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