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Zukunft ungewiss: Was passiert mit dem Kirchenböbl? Diese Frage soll am Donnerstag im Wallgauer Gemeinderat geklärt werden.

Gemeinderat Wallgau vor wichtigem Votum

Kirchenböbl: Verkauf - oder nicht?

Am Kirchenböbl scheiden sich nach wie vor die Geister – zumindest im Wallgauer Gemeinderat. Dieser darf über einen Antrag mit Sprengkraft abstimmen. 

Wallgau – Der Wallgauer Gemeinderat soll endlich Farbe bekennen.Daher wollen die Gemeinderäte Albert Neuner (Neuwirt), Bernhard Neuner junior (Posthalter/beide CSU), Thomas Neuner (Junge Mitarbeiter) und Josef Berwein junior (Wählerverein) am Donnerstag, 20. Juli, eine Entscheidung herbeiführen.

In ihrem interfraktionellen Gemeinschaftsantrag möchten diese vier geklärt wissen, ob der gemeindeeigene Kirchenböbl veräußert oder nicht verkauft werden soll. Für dieses Quartett und Bürgermeister Hansjörg Zahler lautet die Antwort ganz klar: nicht verkaufen. „Solange es wirtschaftlich vertretbar ist, sollten wir das Grundstück behalten“, verdeutlicht der Rathauschef – wohlwissend, dass er ein nahezu gleich starkes Lager gegen sich hat: Hans Baur (Junge Mitarbeiter), Karlheinz Schwaiger, Julia Schwarzenberger und Bernhard Wilde (alle Wählerverein). Diese vier könnten sich einen Verkauf vorstellen unter der Maßgabe, dass das Gebäude am Dorfplatz erhalten bleibt.

Gemeinderatsmitglied beklagt chronisches Informationsdefizit

„Fünf bis sechs Läden stehen in Wallgau leer, und dann wollen wir ein Geschäftshaus bauen“, frozzelt Baur, der mit seinen Mitstreitern die Lösung Leismüller präferiert. Das heißt: Verkauf des Kirchenböbl an die Brüder Franz-Martin und Hubertus Leismüller, die sozusagen in historischer Stätte unter anderem ihre Schnapsbrennerei verwirklichen wollen. Gleichzeitig beklagt Jurist Baur ein chronisches Informationsdefizit in der Angelegenheit. „Ich bin fast ein bisserl ratlos, man hechelt allem hinterher.“ Unter diesen Umständen möchte Baur eine Entscheidung in zwei Tagen auf alle Fälle verschieben. Zumal die klamme Kommune aktuell nicht über die Mittel verfüge, den Abriss und den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses – die Rede ist von angeblich 1,8 Millionen Euro – zu tätigen.

Das räumt auch Albert Neuner ein. Er weiß inzwischen von drei Interessenten. „Dann müssten wir meistbietend verkaufen.“ Was für den „Neuwirt“ nicht wünschenswert ist. „Dann haben wir gar nichts mehr in der Hand.“ In diesem Zusammenhang erinnert Neuner wie schon in der jüngsten Gemeinderatssitzung im Haus des Gastes daran, dass es ein hartes Stück Arbeit gewesen sei, der Raiffeisenbank vor über drei Jahren das Anwesen für 480 000 Euro abzukaufen.

Kreisheimatpfleger warnt vor Abriss

Es wird also spannend im Gemeinderat, zumal einige im Gremium (Robert Kuplwieser, Philipp Hubbauer) dem Vernehmen nach noch unentschlossen sind.

Das trifft auf Kreisheimatpfleger Alexander Wanisch definitiv nicht zu. Der Farchanter warnt davor, den Kirchenböbl abzureißen. „Er ist zwar kein Denkmal, aber ein ortsprägendes Gebäude.“ Wanisch und Dr. Nikolaus Könner vom Landesamt für Denkmalpflege sprachen dahingehend bereits vor längerer Zeit bei Bürgermeister Zahler vor. „Wir haben lange auf ihn eingeredet.“

Gebracht hat es anscheinend wenig. Für den Fall, dass sich er und seine Nichtverkäufer-Gruppierung am Donnerstag durchsetzen sollten und damit ein Abriss zumindest wahrscheinlicher wird, kündigt Hans Baur schon mal ein Bürgerbegehren an.

Christof Schnürer

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