+
Gut eingepackt: Der verletzte Mountainbiker wird mit der Gebirgstrage zum Sojernweg hinauf gezogen. 

Bergwacht Krün im Einsatz

Mountainbiker stürzt steile Rinne hinunter

Die Bergwacht Krün leistet ganze Arbeit. Am Sojernweg zwischen Vorderriß und Wallgau rettet die Bereitschaft einen verunglückten Mountainbiker.

Vorderriß/Oberes Isartal – Zwei Verletzte gerettet: Das ist die erfreuliche Wochenend-Bilanz der Bergwacht Krün. Einem verunglückten Naherholer müssen die Bereitschaftsmitglieder am Freitag wie Schutzengel vorgekommen sein, als dieser schmerzverzerrt in einer Sandreiße lag. Mit seiner Frau hatte der 50-Jährige eine Mountainbike-Tour auf dem Sojernweg von Vorderriß zum Hundstall unternommen. Nach der Niederbachelalm-Diensthütte verengt sich die Forststraße zuerst in einen Steig und dann zu einer vom Grasberg zum Fischbach führenden Sandreiße. Sie kann nur schiebend überquert werden. Dabei stürzte der Mann samt Rad sieben Meter die steile Rinne hinunter und verletzte sich schwer am Oberschenkel.

Ein Hilferuf per Handy ist in diesem Bereich an der Landkreisgrenze nicht möglich, weil es auf der Südseite des Hohen Grasberges keinen Mobilfunkempfang gibt. „Beim Sojernweg sowie in weiten Teilen des Soierngebiets sollte man sich nicht bedingungslos auf das Handy verlassen“, rät Bergwachtchef Sebastian Baumann.

So musste die Begleiterin des 50-Jährigen wieder zurückfahren, bis der Notruf abgesetzt werden konnte. Einsatzleiter Baumann schickte neun Mann – sechs mit dem Jeep über den Ochsensitzer und drei über die Straße zum Hundstall – in Bewegung, nachdem die Frau die Lage des Unfallortes nicht näher beschreiben hatte können. Die drei Helfer, alle Bergführer, erreichten zuerst den Verunglückten. Sie seilten sich zum Verletzten ab, versorgten ihn und zogen ihn mit einer Gebirgstrage zum Steig. Im Geländewagen wurde er zur Weggabelung zur Maxruh transportiert, wo ihn eine Hubschrauberbesatzung übernahm und in die Unfallklinik Murnau flog. „Der Sojernweg hat schon manchen Tribut gefordert“, berichtet Baumann. „Der kilometerlange, sehr steile Anstieg am Stück nach der Grasbergau verlangt vielen Radlern körperlich enorm viel ab.“ Heuer erlitt ein Isarwinkler an diesem berüchtigten Teilstück einen Herzinfarkt. Ein Lenggrieser, erzählt Baumann weiter, konnte am Sojernweg reanimiert werden. „Was uns natürlich freute.“ Positiv gestimmt hat die Krüner Bergwacht auch, dass die Angehörigen sogar persönlich vorbeigeschaut und Geschenke mitgebracht haben. „Das kommt nicht oft vor. Viele nehmen Hilfestellungen als selbstverständlich hin.“

Am Sonntag musste die Bergwacht Krün neuerdings ausrücken. Ein 58-jähriger Bergsteiger hatte sich bei der Tour auf dem Simetsberg so stark am Knie verletzt, dass er aus eigener Kraft nicht mehr weiter konnte. Einsatzleiter Georg Kammermeier forderte daraufhin den Rettungshelikopter „Christoph Murnau“ an, der einen Bergwachtmann aufnahm und zum Verletzten flog. Am Latschengürtel unter der Spitze in 1600 Metern Seehöhe wurde der Patient mit der Rettungswinde geborgen und ins Klinikum nach Garmisch-Partenkirchen geflogen.

Leonhard Habersetzer

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare