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Kies soweit das Auge reicht. Für die Wallgauer wird das zum Problem.

Brunnen außer Betrieb

Krüner versorgenWallgauer mit Trinkwasser

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Seit ungefähr zwei Wochen beziehen die Wallgauer ihr Trinkwasser über die Notverbund-Leitung aus dem Nachbardorf. Eine Förderung aus dem eigenen Brunnen an der Auhütte ist aktuell wegen des stark angestiegenen Grundwasser-Spiegels definitiv nicht möglich.

Wallgau – Wie gut, dass es dank üppiger G7-Gelder seit einiger Zeit eine Notverbund-Leitung nach Krün gibt. „Sonst müssten wir jetzt unser Trinkwasser chloren“, verdeutlicht Wallgaus Zweiter Bürgermeister Karlheinz Schwaiger (Wählerverein), der Rathauschef Hansjörg Zahler (CSU) vertritt.

Schwaiger spielt damit auf einen Umstand an, der seit ungefähr zwei Wochen Realität ist: Die Wallgauer beziehen ihr Trinkwasser derzeit von den Nachbarn – über besagte Verbindungsleitung.

Aus dem eigenen Brunnen an der Auhütte darf aktuell nicht gefördert werden. Die Ursache: Der Grundwasser-Spiegel ist an dem Versorgungspunkt in der Nähe des Isarbetts gestiegen – „wahnsinnig sogar“, verdeutlicht Schwaiger. Nicht zuletzt wegen der Gefahr von Krankheitserregern, die theoretisch ins Trinkwasser gelangen könnten, musste der Hahn auf Geheiß übergeordneter Behörden vorerst abgedreht werden. Ob’s den Wallgauern passt oder nicht.

Der Zweite Bürgermeister glaubt, den Grund für den massiven Anstieg zu kennen: „Je mehr Kies in der Isar ist, desto schneller steigt der Grundwasser-Spiegel.“ Bekanntlich hat der Energiekonzern Uniper Mitte Mai die Schleusen am Krüner Wehr für rund 36 Stunden geöffnet (wir berichteten). Das Problem: Macht das Wehr die Schotten wieder dicht, fließt weniger Wasser, und der Kies verlandet irgendwo zwischen Krün und Weberwiese. Dadurch erhöht sich die Sohle im Flussbett sichtbar und drückt auf den Grundwasserstock. Für Bürgermeister Zahler, der sich aus seinem spanischen Urlaubsdomizil meldet, steht somit natürlich völlig außer Frage: „Der Kies muss unverzüglich raus.“

Die mit Umweltbehörden und -verbänden festgelegten Mengen seien längst erreicht. Für Zahler zählt aktuell nur die Sicherheit seiner Bürger und der Erhalt der sogenannten kommunalen Daseinsvorsorge. „Schließlich sind Einrichtungen der Trinkwasser-Versorgung bedroht.“ Gleichzeitig weist der Rathauschef auf die Ultraviolet-Anlage hin, die für rund 70 000 Euro gekauft wurde und in ein paar Wochen eingebaut werden soll. Mit dieser UV-Technik werden Keime abgetötet.

Bis auf Weiteres aber müssen die Wallgauer ihr Trinkwasser aus Krün beziehen. Abgerechnet wird Zahler zufolge ganz pragmatisch mit den Nachbarn: „Das was rauf gepumpt wurde, wird später wieder runter gepumpt.“

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