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Bühne im Freien: Vor einer Bilderbuch-Kulisse hat die Musikkapelle Wallgau auf dem Isar-Floß für unbeschwerte Stunden gesorgt. 

Landesausstellung Mythos Bayern 

Wallgauer wollen Isar-Attraktion behalten

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Keiner in Wallgau hat damit gerechnet, dass das Floß am Isarufer so einschlagen würde. Nun will man das temporäre Geschenk behalten und am liebsten an Ort und Stelle stehen lassen. Ein entsprechender Antrag ist schon Richtung Landratsamt unterwegs.

Wallgau – „Da schauen wir jetzt mal, wie es angenommen wird“, unkte heuer im Mai der Wallgauer Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU), als Michael Angermeier aus Arzbach an der Isar das Floß zusammenzimmerte. Vier Monate später meint der Rathauschef: „Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das bei uns so einschlagen würde.“ Im Gemeinderat sprach der Rathauschef sogar von einem „Volltreffer“. Laut Zahler kamen zu den Darbietungen unter freiem Himmel rund 200 Besucher im Durchschnitt.

Dieses Echo macht Lust auf mehr. Die Wallgauer wollen deshalb ihr Isar-Floß behalten – am liebsten an Ort und Stelle, wohlwissend, dass es Schwierigkeiten mit der Unteren Naturschutzbehörde geben könnte. Dieses hatte im Rahmen der Landesausstellung Mythos Bayern grünes Licht für ein temporäres Bauwerk am Isarufer gegeben. „Diese befristete Baugenehmigung läuft bis 30. November“, informiert Stephan Scharf, der Sprecher des Landratsamts. Die Kreisbehörde hat das 18 mal 7 Meter große Holzkonstrukt in Auftrag gegeben und bezahlt.

Jetzt also haben es die Wallgauer auf das Landkreis-Floß abgesehen. Sie sind angesichts des Sommererfolgs zudem laut Bürgermeister bereit, eine „gewisse Ablöse“ zu zahlen. Einen entsprechenden Antrag zum Verbleib der Holzbühne an der Isar winkte der Gemeinderat einstimmig ab.

Während der Debatte brachte Rathauschef Zahler auch einen anderen Standort, den Weiher am Haus des Gastes, ins Gespräch. „Da ist das Floß viel zu wuchtig“, gab Josef Berwein (Wählerverein) zu Bedenken. „Das deckt den ganzen Weiher zu“, ergänzte Hans Baur (Junge Mitarbeiter), der vor einigen Monaten die Initialzündung zu dieser Isar-Attraktion gegeben hatte. „Ich finde das Floß da unten genial, es gibt keinen besseren Platz“, stimmte auch Zweiter Bürgermeister Karlheinz Schwaiger (Wählerverein) in den Jubelchor ein. „Wenn wir den Platz dort freiwillig aufgeben, kommen wir nie mehr da hin“, warnte Ideengeber Baur.

Die spannende Frage bleibt also, wie sich das Landratsamt verhält. Landrat Anton Speer (Freie Wähler) soll dem Vorhaben seinem Sprecher zufolge zumindest „offen“ gegenüberstehen. Ab das auch für seine Angestellten im Umwelt-Referat zutrifft?

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