Der Kreuzungspunkt Isar- und Flößerstraße in Wallgau. Links das Raiffeisen-Lagerhaus.
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Hier soll’s hin: Dort, wo aktuell Bäume in die Höhe ragen, könnte das Zustellzentrum entstehen.

Zustellstützpunkt geplant

Wird Wallgau zum Isartaler-Post-Drehkreuz?

  • VonChristof Schnürer
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Dr. Josef Neuner, der langjährige Wallgauer Gemeinderat, plant wieder etwas Neues in seinem Heimatdorf. Diesmal soll’s ein Post-Zustellstützpunkt auf seinem Grundstück an der Isar-/Flößerstraße sein.

Wallgau - Doch was er auf seinem Privatgrundstück gegenüber dem Lager der Raiffeisenbank vorhat, kam nun im Gemeinderat zur Sprache. Das Gremium behandelte nämlich einen von Neuner eingereichten Vorbescheidsantrag zum Bau eines solchen Gewerbe-Komplexes. Um es abzukürzen: Der Gemeinderat sagte ohne Gegenstimme Ja zu den Post-Plänen. „Ich finde, dass ist eine gute Chance für Wallgau“, meinte Florian Holzer (CSU). Auch in puncto Lieferverkehr werde sich alles im Rahmen halten. „Der Lkw kommt einmal und fährt wieder.“ Hier liegt der „Café-Martl“ nicht ganz richtig, wie eine Anfrage bei der Deutschen Post AG offenbart. Laut Pressesprecher Marc Mombauer sind montags bis samstags „zwei Zuführungen mit dem Lkw“ zwischen 7 und 10 Uhr sowie eine weitere zwischen 14 und 15 Uhr geplant. Darüber hinaus stehen montags bis freitags jeweils zwischen 14 und 17 Uhr zwei sogenannte Abholfahrten auf dem Dienstplan – ebenso zwei am Samstag zwischen 11 und 12 Uhr. Allerdings schränkt Mombauer ein: „Hierbei handelt es sich um eine Prognose.“

500 Quadratmeter große Halle

Bürgermeister Bastian Eiter zufolge umfasst das Grundstück eines künftigen „Verbundzustellstützpunkts“ etwa 4500 Quadratmeter. Darauf will dem Vernehmen nach Eigentümer Neuner in Eigenregie eine 500 Quadratmeter große Halle errichten und diese samt Stellplätze langfristig an die Deutsche Post AG vermieten.

Das sei künftig „die Arbeitsstätte der Brief- und Paketzusteller, die von dort aus die Auslieferung der Sendungen auf der ,letzten Meile‘ übernehmen“, präzisiert Mombauer. „Zur Inbetriebnahme werden dort zwölf Verbundzusteller arbeiten. Perspektivisch können weitere Stellen geschaffen werden.“

Mit anderen Worten: Wallgau könnte zum logistischen Drehkreuz der Post im Oberen Isartal werden. Dort sortieren die Angestellten für die drei Orte Mittenwald, Krün und Wallgau die Briefe und fahren sie aus – Pakete selbstverständlich auch. Was folgerichtig noch weitere Fahrbewegungen auch auf der Isarstraße, wo bekanntlich der Kindergarten liegt, mit sich führen wird.

Kein Wohngebiet

Doch ein Zustell-Zentrum ist in diesem Bereich durchaus problemlos möglich, da es sich dort um kein reines Wohn-, sondern um ein Mischgebiet handelt. Obwohl es bei einem Vorbescheid um das grundsätzliche Einvernehmen mit der Kommune geht, wollte Gemeinderat Sepp Berwein junior beispielsweise sichergestellt wissen, dass die Zufahrt über die Isarstraße erfolgt. Seinem Wählervereinskollegen Karlheinz Schwaiger wiederum macht ein mögliches Flachdach, das bei solchen Zweckbauten üblich ist, Sorgen. Auch das könnte laut Bürgermeister in einem späteren Bauantrag konkret formuliert beziehungsweise abgelehnt werden.

Der Anlass dieses Vorhabens ist in Mittenwald zu suchen. Dort hat die Post jahrzehntelang im angestammten Zentralgebäude am Bahnhof, das aktuell in ein Museum der Modernen Kunst umgestaltet wird, Briefe für die Isartaler Haushalte sortiert. Dann musste man nicht zuletzt aus genanntem Anlass nach Garmisch-Partenkirchen umziehen. Gut möglich, dass die Reise bald nach Wallgau weitergeht. Dorthin, wo am 28. Juni 2012 das ehemalige Sägewerk komplett ausbrannte.  

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