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Kompetent und charmant: Alfred Sperer stand über 15 Jahre lang bei Radio Oberland am Mikrofon.

Radio-Moderator Alfred Sperer hört nach 15 Jahren auf

Immer wieder sonntags: Stimme der Volksmusik sagt Servus

15 Jahre hat er der Volks- und Blasmusik beim Lokalsender eine Stimme gegeben. Jetzt hört Alfred Sperer auf.

Wallgau – Immer wieder sonntags hieß es über 15 Jahre lang für Alfred Sperer. Dann stieg der Wallgauer ins Auto und fuhr nach Garmisch-Partenkirchen ins Sendestudio, um den beliebten Radio-Oberland-Frühschoppen zu moderieren. „Doch alles hat seine Zeit“, meint der 52-jährige Isartaler, der am 2. April zum letzten Mal am Mikrofon stand. Die Stimme der Volksmusik sagt Servus. „Weil ich mehr Zeit für mich und meine Familie haben möchte.“ Mit Simon Sterzer aus Oberhausen folgt ihm sein absoluter Wunschkandidat. „Ein Glücksfall“, schwärmt Sperer, „er ist ein hervorragender Musiker und hat wahnsinnig viel Ahnung“.

Was dem staatlich geprüften Bautechniker bleibt, sind Erinnerungen an eine spannende Zeit, die weit mehr als ein bezahltes Hobby war. „Es war ein Teil meines Lebens.“

Noch gut kann sich der dreifache Familienvater an seine Premiere am 18. November 2001 erinnern. „Das war der Volkstrauertag.“ Ein schlechtes Omen? Keinesfalls. Mit dem König-Ludwig-Marsch startete Sperer in seine Moderatoren-Karriere. Binnen kürzester Zeit erwarb sich das Mannsbild mit der angenehmen Radiostimme den Ruf eines ebenso charmanten wie kompetenten Plauderers, der in all den Jahren Freunde der Volks- und Blasmusik drei Stunden durch den Sonntag begleitete.

Das Zielpublikum verlor er dabei nie aus den Augen – die Frau in der Küche oder den Mann in der guten Stube. „Für die muss man die Sendung machen.“ Die einfachen, bodenständigen Leut’ halt. Im Zwei-Wochen-Turnus führte Sperer abwechselnd mit Marlene Nöhmeier durchs Programm. Knapp 400 Sendungen kamen so im Laufe dieser 15 Jahre zusammen. „In dieser Zeit gab es nichts, was nicht passiert ist“, verrät der Isartaler – vom Stromausfall über defekte Mikros bis hin zum Sendeloch. „Aber was richtig Peinliches war nicht dabei.“

Dafür durfte sich der langjährige Wallgauer Musikvorstand, der selbst das Bariton und die Posaune spielt, mit echten Größen der Blasmusikszene unterhalten – etwa mit Ernst Hutter von den Original Egerländern, dem Nachfolger des unvergessenen Ernst Mosch. Daneben speicherte Autodidakt Sperer rund 5000 Titel auf Festplatte.

Auch sonst bereitete sich der Seiteneinsteiger akribisch auf seinen Frühschoppen vor. Wurde dieser mal aus der Schöffau gesendet, erfuhren die Zuhörer jede Menge Geschichtliches zu dem Uffinger Weiler. Doch dieses geradezu leidenschaftliche Arbeiten verschlang enorm viel Zeit. „Ohne die Unterstützung meiner Familie wäre das nicht gegangen.“

Christof Schnürer

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