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Gut aufgestellt: Die Raiffeisenbank Wallgau-Krün mit (v. l.) Vorstand Matthias Breith, Prokurist Bernhard Benz, Hans-Jürgen Müller und Vorstand Peter Reindl. 

Geldinstitut legt Zahlen vor 

Raiffeisenbank von Schließung „weit entfernt“

Vom bösen Wort Krise wollen die Verantwortlichen der Raiffeisenbank Wallgau-Krün nichts wissen. Das kleine Isartaler Geldinstitut möchte im Konzert der Großen weiter mitmischen.

Wallgau – Die Zeiten sind ungemütlicher geworden. Das spüren Kunden und Belegschaft gleichermaßen. Auch der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank Wallgau-Krün, Peter Reindl, zeigt sich über die Entwicklung der politisch motivierten Bankenfusionen und den dadurch einhergehenden Rückzug anderer Geldinstitute aus der Region besorgt. „Laut der Europäischen Zentralbank sind 1600 Banken in Deutschland zu viel“, erläuterte der Experte bei der Generalversammlung im Wallgauer Haus des Gastes seinen Zuhörern. „Doch die Existenzberechtigung eines Bankinstituts sollte nicht an der Größe, sondern an der Marktgerechtigkeit festgemacht werden.“

Laut Reindl hat die Raiffeisenbank Wallgau-Krün ihre Daseinsberechtigung durch die Marktführerschaft in Wallgau und den sehr hohen Anteil in Krün bestätigt. So haben bei einer Meinungsumfrage zum Thema Selbstständigkeit die Mitglieder ausnahmslos dafür gestimmt, die Eigenständigkeit zu bewahren. „Dieses Votum ist ermutigend und gleichzeitig unser Auftrag, jeglicher Einflussnahme durch die Verbände zu widerstehen.“ Gleichzeitig bekräftigte Reindl eine zentrale Botschaft: „Wir sind von Schließungen weit entfernt und haben die Präsenz durch die Beschäftigung des Diplom-Bankfachwirts Bernhard Benz als neuen Zweigstellenleiter in Krün noch gestärkt.“

Als positiv wertete Alois Stelzl auch die Entwicklung im Lagerhaus – nicht zuletzt wegen der demnächst fertiggestellten neuen Halle. „Damit haben wir ein Alleinstellungsmerkmal und können ein den Kunden angepasstes Angebot anbieten“, betonte der Chef des Lagerhauses.

Zufrieden zeigte sich zudem Vorstandsmitglied Matthias Breith mit den Zahlen für das Geschäftsjahr 2016. Ihm zufolge gab es Zuwächse bei der Bilanzsumme (43,6 Millionen Euro), im Kundeneinlagenbereich (38,7) und beim Kundenkreditvolumen (26,7). Das bekommen auch die Mitglieder zu spüren. „Aus dem Jahresüberschuss wird eine Bruttodividende von zwei Prozent sowie zusätzlich ein Bonus ausgeschüttet“, verkündete Breith und fügte hinzu: „Dieser kann aber je nach Inanspruchnahme der Bankdienstleistungen unterschiedlich ausfallen.“ Die Mitglieder der Raiffeisenbank Wallgau-Krün könnten eine Spitzenrendite von 8,67 Prozent erreichen. „Der Durchschnitt liegt bei uns trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase aber immer noch bei beachtlichen 5,36 Prozent.“

Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Jürgen Müller, der für drei weitere Jahre gewählt wurde, bestätigte nach seiner Überprüfung die verantwortungsbewusste Arbeit der Geschäftsführung und Vorstandsmitglieder. „Die Risikolage wurde verbessert, und der Ausbau der Eigenständigkeit wird weiter intensiv verfolgt.“ Die Mitglieder votierten einstimmig für die Entlastung von Vorstandschaft und Kontrollgremium und für Müllers vorgeschlagene Verwendung des Jahresüberschusses.

Wolfgang Kunz

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