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Zurück von der Wallgauer Alm: Rinder kehren in voller Stärke heim

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Almabtrieb in Wallgau, Landwirte führen das Vieh an den Schaulustigen vorbei
Jetzt kommen sie: Vor allem Ochse „Kastanie“ hat die Blicke auf sich gezogen. © Wolfgang Kunz

Kein Wolf, kein Bär, kein Blitzschlag: Die Herde der Wallgauer Landwirte hat einen Almsommer ohne Verluste genießen dürfen. Jetzt sind die insgesamt 75 Tiere wieder wohlbehalten im Tal zurück. Rund 800 Schaulustige wollten den Viehtrieb samt Almfest hautnah miterleben.

Wallgau – Beim Anblick von „Kastanie“ mag’s dem einen oder anderen Passanten schon ein bisserl mulmiger geworden sein. Ein echter Pinzgauer Prachtkerl. Zum Glück gelten Ochsen als eher friedliebende Zeitgenossen. Der kleine Ludwig, der an der Hand seines Papas Hannes Neuner vor dem Koloss marschierte, schien das riesige, dunkelbraune Rindvieh keine Furcht einzuflößen.

„Kastanie“ war nicht der einzige seiner Zunft. Insgesamt 20 Ochsen und 55 Jungtiere von zehn Landwirten hatten den Sommer auf den satten Wiesen der Wallgauer Alm verbracht. Nun kehrten alle von ihnen wohlbehalten ins Tal zurück. Ähnlich wie in den Isartaler Nachbarorten setzen auch die Wallgauer seit 2017 auf Publikum. Rund 800 Schaulustige waren es diesmal, die sich bei leichtem Regen rund um den Genossenschaftsstadel an der Finz tummelten.

Vor fünf Jahren hatten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr die Idee zu diesem Almfest. Kommandant Johann Holler machte damals den Weidegenossen um Vorstand Hannes Niklas und Stellvertreter Josef Berwein senior den Mund geradezu wässrig. Er schlug ihnen vor, dass sich die Floriansjünger um die Bewirtung der Besucher kümmern. Diese Arbeitsteilung – die Bauern versorgen das Vieh, die Feuerwehr die Menschen – hat auch jetzt bei der vierten Auflage wieder wunderbar funktioniert. Der kulinarische Renner war einmal mehr der „Feierwehr-Howa“, den Alexander Bretschneider mit seinen Söhnen Kilian und Jonas sowie Enkel Andreas zusammen mit Hannes Berwein in Serie produzieren musste.

Mit der Rückkehr des Viehs ist auch der Almsommer von Hirt Hannes Tiefenbrunner und Sennerin Franziska Mangold so gut wie zu Ende. Als die Herde gegen 12.15 Uhr über die Finzfurt und den Märchenweg auf die Gemeindewiese am Otenwanger Weg getrieben war, konnte Tiefenbrunner erst einmal durchschnaufen. „Alle sind gesund.“ Für den Hirten das wichtigste – kein Wolf, kein Bär, kein Blitzschlag.

Mit anderen Worten: Der passende Zeitpunkt, einige der Rinder aufzukranzen. Doch darauf haben die Wallgauer wohlweislich verzichtet. „Unsere Tiere sind auch so schön genug“, hatte Weidegenossenschaftschef Niklas schon vor fünf Jahren bei der Premiere betont. Mehr noch: Geschmückte Rinder – „das wird bei uns auch nicht eingeführt“. Wolfgang Kunz

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