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Umstrittenes Gerüst: Die improvisierte Fluchttreppe wird von den Schülern zum Klettern benutzt.

Ein Jahr nach dem Brandbrief des Elternbeirats

Kind stürzt von umstrittener Fluchttreppe - jetzt soll es Konsequenzen geben

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Die schlimmste Befürchtung der Eltern ist eingetreten: Ein Kind hat sich auf der umstrittenen Fluchttreppe an der Wallgauer Schule verletzt. Es musste für vier Tage ins Krankenhaus. 

Wallgau – Das Gerüst war halt doch zu verlockend: Während des Spielens in der Schulpause kraxelte ein Kind in der vergangenen Woche von außen die provisorische Fluchttreppe der Wallgauer Schule hinauf. Dabei stürzte es und verletzte sich. Wie eine besorgte Isartalerin, die ihren Namen nicht im Garmisch-Partenkirchner Tagblatt lesen will, mitteilt, musste das Schulkind einer Bekannten von ihr für vier Tage stationär im Krankenhaus behandelt werden.

Somit ist die böse Vorahnung, die der Elternbeirat der Wallgauer Schule bereits im vergangenen Jahr mit einem Brandbrief öffentlich kundgetan hatte, eingetreten. Auch andere Eltern seien nach Angaben der betroffenen Mutter „sprachlos“ angesichts dieses tragischen Unfalls.

Wallgaus Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) bestätigt den Vorfall und kündigt umgehend Konsequenzen an: „Wir prüfen gerade, ob wir die Treppe durch eine technische Vorrichtung besser sichern können.“ Beispielsweise durch einen Zaun um den äußeren Bereich des Fluchtwegs. Das wäre zumindest ein Versuch, die Jüngsten vom Klettern abzuhalten. „Kinder sind halt Kinder“, meinte er.

Treppe wurde sogar zweimal auf ihre Sicherheit geprüft

Auf die Frage, warum solche Vorkehrungen bisher noch nicht realisiert wurden, verweist Zahler aufs Landratsamt. Die Treppe sei so von der Aufsichtsbehörde genehmigt worden. Auch dort plant man nun, das Provisorium, das die Form eines Baugerüsts hat, „noch einmal vor Ort zu prüfen“, sagt Landratsamt-Sprecherin Franziska Ostler. Erst dann kann der Gemeinde aufgezeigt werden, welche Maßnahmen für mehr Sicherheit sorgen könnten. „Gegebenenfalls bedarf es auch einer Beurteilung durch den beauftragten privaten Sachverständigen.“ Dieser war von der Gemeinde Wallgau im Zuge des Bauantrages zur brandschutzrechtlichen Ertüchtigung der Grundschule herangezogen worden.

Lesen Sie auch: Sanierung der Wallgauer Schule: Hat der Bürgermeister Fördergelder in den Sand gesetzt?

„Die Treppe ist sogar zweimal auf ihre Sicherheit geprüft worden“, bestätigt Markus Köpf vom Schulamt Garmisch-Partenkirchen. Denn neben dem Landratsamt hat auch die Kommunale Unfallversicherung Bayern (KUVB) das Provisorium auf Herz und Nieren geprüft. „Sie bestätigten, dass die Treppe nicht unfallträchtig ist.“ Damit bekräftigt der Schulrat noch einmal seine Stellungnahme vom vergangenen Jahr zu dem Schreiben der besorgten Eltern, die darin über die Fluchttreppe geklagt hatten. Damals schon erklärte Köpf, dass eine Gefahr für Leben und Gesundheit der Kinder nicht bestünde. Dennoch empfinde er es jetzt als „gut, dass das Landratsamt noch einmal prüft“.

Neubau-Termin noch offen

Für die Eltern kommt das reichlich spät: „Es ist so furchtbar, dass immer erst was passieren muss, ehe gehandelt wird“, sagt die Mutter eines Schulkindes mit Bedauern. Schließlich ist das Problem bekannt gewesen: Vor ziemlich genau einem Jahr hatte der Elternbeirat einen öffentlichen Brief aufgesetzt, in welchem unter anderem die Außenabsicherung der Treppe als viel zu gering und „mangelhaft“ eingeschätzt worden war. Der umstrittene Fluchtweg in Form eines Baugerüstes musste im Zuge der brandschutzrechtlichen Erneuerung des 100 Jahre alten Gebäudes installiert werden. Bis zur Verwirklichung eines Schulneubaus, dem der Wallgauer Gemeinderat 2018 einhellig zugestimmt hatte, soll sie auch weiterhin im Brand- oder Notfall als Lebensrettung dienen.

Bis wann der Neubau realisiert wird, ist offen. Die Gemeinde Wallgau arbeitet momentan in engem Kontakt mit den drei Orten des Schulsprengels Krün, Kochel und Jachenau sowie dem Schulamt Garmisch-Partenkirchen an einem Raumprogramm, teilt Rathaus-Chef Zahler mit. Zurzeit werden die Fördermöglichkeiten geprüft. Erst wenn es Zusagen gibt, kann ein genauer Termin festgelegt werden. Die Brandschutz-Maßnahmen sowie Sanierungsarbeiten im alten Gebäude sind bereits abgeschlossen.

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