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Der Schnee bleibt drauf: Einige Einheimische haben sich gewundert, dass das Kirchenböbl-Dach (Gebäude rechts) nicht geräumt wurde. Manch einer munkelt, das sei nicht ohne Grund geschehen. 

Bürgermeister findet Gerücht gar nicht lustig

Verschwörungstheorie beim Wallgauer Kirchenböbl: Warum wurde das Dach des alten Gebäudes nicht geräumt?

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Viele Dächer in Wallgau wurden zuletzt vom Schnee befreit. Eines nicht: das des Kirchenböbl.

Wallgau – In den vergangenen Tagen haben die Einsatzkräfte in Wallgau 89 Hausdächer vom Schnee befreit. Ein Gebäude in zentraler Lage blieb davon unberührt: der Kirchenböbl auf dem Dorfplatz. Jener gemeindeeigene Komplex, dessen weitere Verwendung Bürger und Gemeinderat regelrecht entzweit hat.

Die einen wollen das 122 Jahre alte, ehemals bäuerliche Anwesen so schnell wie möglich dem Erdboden gleichmachen, die anderen möchten es unbedingt erhalten. Wohl aus dieser Ecke strömt das neueste Gerücht im Dorf.

Es lautet folgendermaßen: Die Verantwortlichen hätten während des Katastrophenfalls das Dach des Kirchenböbls mit Vorsatz nicht geräumt – in der leisen Hoffnung, der Schnee würde den Rest besorgen. Sprich: Das altehrwürdige Gebäude zum Einsturz bringen. Natürlich wollen diejenigen, die das behaupten, anonym bleiben.

Der Bürgermeister findet solche Verschwörungstheorien gar nicht lustig. „Wo’s nix braucht, brauch’ ma nix doa!“, sagt der verschnupfte Hansjörg Zahler auf gut Boarisch. Der Rathauschef, der bekanntlich einen Neubau auf dem Dorfplatz präferiert, betont, dass der Kirchenböbl nach Rücksprache mit Experten nicht abgeschöpft worden sei. Außerdem bestehe das Dach auf der Stallseite nur aus Latten und Dachziegeln. „Da kann man schon im Sommer nicht drauf gehen.“ Mal richtig in Fahrt, empfiehlt Zahler all denen, die solche Gerüchte verbreiten, mal selbst mit der Schneeschaufel den Kirchenböbl zu besteigen.

Vielleicht ist derartiges Gerede auch nur ein Vorbote auf die Faschingszeit. Angeblich heißt es im Dorf: Solange der Kirchenböbl und die Brandruine des Sägewerks dem Schnee standhalten, dann tun es auch die anderen Häuser.  

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