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Sorgenkind Wettersteinstraße: Werner und Hannelore John wollen hier Tempo 30 haben – aus Sicherheitsgründen.

Landratsamt prüft Antrag

Zu viele Raser an der Wettersteinstraße

Wallgau - Runter vom Gas: Die Anwohner  der Wettersteinstraße fordern eine Tempo-30-Zone. Ob ihr Anliegen wahr wird, ist noch offen.

Wenn Hannelore und Werner John aus dem Fenster ihrer Erdgeschoss-Wohnung in Wallgau blicken, haben sie hier an der Mittenwalder Straße die durch den idyllischen Ort führende B 11 direkt vor der Haustür. An den Verkehr dort hat sich Ehepaar notgedrungen gewöhnt. Wenigstens läuft an dem Eckgrundstück die Wettersteinstraße vorbei und auf der geht es ruhiger zu. Von wegen, meinen die Johns: „Dort gibt es sehr viele Raser“, sagt er.

Tempo 50 ist dort erlaubt. Doch so mancher würde sein Gefährt auf „60 bis 65 km/h“ beschleunigen. Für Werner John ist klar: Mit der entstandenen Siedlung hat sich das Verkehrsaufkommen in der Seitenstraße geändert. „Es ist eine Verbindungsstraße, die eigentlich zur Hauptstraße wurde“, sagt er. Inklusive Lastwagen und Lieferfahrzeugen. Die ständige Lärmkulisse durch das Anfahren und Bremsen nervt den Anwohner. Doch vor allem berichtet er von zahlreichen „brenzligen Situationen“. Denn: Spielende Kinder, Radfahrer und auch Schüler seien durch die hohen Geschwindigkeiten gefährdet. Auch ist das Ausparken von den Garagen und Stellplätzen riskant, berichtet der Wallgauer. „Mich wundert es, dass es noch nie geknallt hat.“

Das Ehepaar hat nun dagegen mobil gemacht. Ihr Wunsch: eine Verkehrsberuhigung. Statt den erlaubten 50 km/h soll auf der Wettersteinstraße – im Bereich Mittenwalder Straße und Isar-Kanalbrücke – nur noch Tempo 30 erlaubt sein. Für ihr Anliegen holte sich das Ehepaar Unterstützung ins Boot. 13 weitere Bewohner der Hausgemeinschaft und Nachbarn haben ihre Unterschrift unter den Antrag an die Gemeinde gesetzt.

Das Schreiben lag im Gemeinderat auf dem Tisch. Doch das Gremium entschied nichts, sondern vertagte das Ansinnen erstmal. Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) lieferte die Begründung: Das sei letztendlich eine Entscheidung des Landratsamts. Der Rathauschef will sich absichern. „Wir müssen uns rechtlich im Rahmen halten, dass muss sauber fundiert sein.“ Persönlich hat das Dorfoberhaupt nach eigener Aussage keine Probleme mit dem Antrag. „Das steigert sicher die Sicherheit und Wohnqualität.“ Sollte die Kreisbehörde die Tempo-30-Zone abnicken, versichert Zahler: „Dann machen wir es.“ Sorge, dass es deshalb zum Schilderwald in der Wettersteinstraße kommt, hat der Bürgermeister allerdings nicht. „Das wäre total überschaubar.“

Bis dahin müssen sich die Johns noch in Geduld üben. Im Herbst, schätzt Zahler, könnte ihr Antrag wieder auf der Tagesordnung stehen. Werner John jedenfalls berichtet schon jetzt von positiven Reaktionen auf seinen Vorstoß. Was an der Flößerstraße möglich sei, sollte doch auch an der Wettersteinstraße zu machen sein. Und überhaupt: „So eine 30er-Zone tut ja keinem weh.“

Andreas Baar

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