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Bayern trifft Fernost: Das ist die Botschaft von Bernhard Riegers (r.) Gemälde. Gestern hat der Wallgauer Künstler sein Werk im bayerischen Wirtschaftsministerium übergeben. Darüber freuen sich (v.l.) Anne Köster (stellvertretende Referatsleiterin, Betreuung Land China), Reinhard Humplmair (Leiter des Ministerbüros) und Dr. Markus Eder (Referatsleiter China, Naher und Mittlerer Osten, Türkei).

Wirtschaftsreise nach Fernost

Von einem Wallgauer Künstler geschaffen: Ein Geschenk für China

Ein bayerischer Löwe trifft einen chinesischen. Dieses völkerverbindende Element ist die Botschaft von Bernhard Riegers Gemälde, das Minister Aiwanger mit nach China nimmt.

Wallgau/MünchenBernhard Rieger hatte am Dienstag einen wichtigen Termin in München. Genauer gesagt: im bayerischen Wirtschaftsministerium. Dort warteten bereits Reinhard Humplmair, der Leiter des Ministerbüros, und zwei weitere Mitarbeiter auf den Wallgauer, der nicht mit leeren Händen kam. Der Künstler hatte etwas dabei: ein Gemälde – einen Meter breit, einen Meter hoch. Darauf verewigt: eine Fantasiewelt in geballter Farbenpracht.

Dieses Kunstwerk wird demnächst in China zu bewundern sein. Mitnehmen ins Reich der Mitte wird es Staatsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), der von 2. bis 11. November eine 70-köpfige Delegation anführen, die sich in den pulsierenden Zentren Shanghai, Guangzhou und Shenzhen mit ranghohen Vertretern des Landes trifft. „Eine ganz große Nummer“, drückt es Rieger eher unpolitisch salopp aus. Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums formuliert den Zweck des Staatsbesuchs so: „Das Reich der Mitte hat sich dynamisch entwickelt und ist der wichtigste Handelspartner Bayerns geworden.“ Die Delegationsreise trage „zum erfolgreichen wirtschaftlichen Austausch, zu Kooperation und Investition beider Länder“ bei. „Schwerpunkte der Reise sind die Themen Smart cities und smart mobility.“

Erfolgversprechende Kontakte

Riegers Bild entstand laut Pressesprecherin anlässlich der 15-jährigen Partnerschaft zwischen Bayern und der südchinesischen Provinz Guangdong und wird bei einer gemeinsamen Feier im Rahmen der Delegationsreise übergeben. Die Provinz Guangdong ist die wirtschaftsstärkste Region in China und Sitz führender Hightech-Firmen. „Daraus können sich erfolgversprechende Kontakte und Kooperationen entwickeln.“

Soviel zum politischen Hintergrund. Riegers Gemälde dient sozusagen der Völkerverständigung. „Der Auftrag dazu kam vor drei Wochen“, verrät der Lüftlmaler aus dem Oberen Isartal. Der 38-Jährige liebt die Herausforderung. Muss etwas schnell und präzise gehen, ist man beim Wallgauer an der richtigen Adresse. „Ihn empfohlen hatte Minister Aiwanger die Bayern-Tourismus-Marketing-GmbH, bei deren Werbekampagne „Traditionell anders“ Rieger involviert ist.

Intensiver Ideenaustausch

Den Gastgebern in Fernost soll Riegers Werk allerdings die fortschrittliche Seite des weißblauen Bundeslands präsentieren. Verbunden war dieser besondere Auftrag mit einer Einladung des Ministeriums zur Mitreise. „Ich sollte in einem Live-Auftritt den Gastgebern die Kunst des Lüftlmalens präsentieren“, teilt Rieger mit. Was der Wallgauer jedoch bedauert: „Wegen beruflicher und privater Unabkömmlichkeit konnte ich die Einladung nicht annehmen.“

Zusätzlich sollte Rieger in seinem Unikat die lange wirtschaftliche Partnerschaft zwischen China und Bayern dokumentieren. Nach einem „intensiven Ideenaustausch mit dem Ministerium“ und der Vorlage mehrerer Entwürfe entschieden sich die Verantwortlichen im Wirtschaftsministerium für Riegers Vorschlag, einen bayerischen Löwen vor dem Hintergrund der Münchner Frauenkirche und einen typischen chinesischen ,Dancing Lion‘ vor dem Canton-Tower von Guangzhou zu verewigen.

Ohne Nationalflagge

Eigentlich wollte Rieger auf dem Bild die chinesischen Nationalfarben unterbringen. Nach Prüfung des Vorschlages in der deutschen Botschaft in Peking wurde das allerdings abgelehnt, „weil in der chinesischen Kunst die Nationalflagge nicht dargestellt werden darf“. Deshalb ersetzte der Improvisationskünstler mit dem markanten Bart die bekannten fünf Sterne einfach durch fünf Sonnenstrahlen.

Auch den Rahmen für das in Acryl-Lack-Mischtechnik gemalte Bild sowie das passende Transportbehältnis hat Rieger in den vergangenen zwei Wochen selbst in seiner Wallgauer Werkstatt angefertigt. „Für mich ist es eine große Ehre, dass ich überhaupt ausgesucht wurde.“ Und wer weiß: Vielleicht erhält er demnächst ja Aufträge aus dem Reich der Mitte.

Wolfgang Kunz

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