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Die Isar hat in Wallgau nicht nur schöne Seiten.

Seehofers leere Versprechungen

Trinkwasserbrunnen in Gefahr: So reagiert der Wallgauer Bürgermeister

  • vonChristof Schnürer
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Der Hochwasserschutz an der Isar brennt Wallgaus Bürgermeister mehr denn je unter den Nägeln. Nun hat Hansjörg Zahler einen Brief an das zuständige Kabinettsmitglied verfasst. Auf eine Antwort von der Staatsregierung wartet der Rathauschef noch immer.

Wallgau – Aussagen von Politikern sollte man nicht auf die Goldwaage legen. Was versprach im August 2013 der damalige bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bei der 1250-Jahrfeier in Wallgau gleich noch mal? „Den Kies nehme ich gerne mit.“ Weiter sagte der Regierungschef angesichts der Geschiebe-Probleme in der Isar: „Das werden wir lösen. Bei allem Respekt vor dem Naturschutz: Die Isar muss vorher ausgebaggert werden und nicht erst, wenn die nächste Katastrophe eintritt.“

Schreiben an Minister

Ob sich der heutige Bundesinnenminister an seine vollmundigen Aussagen in Wallgau noch erinnert? Wohl kaum. Also wiederholt sein Isartaler Parteifreund Hansjörg Zahler bei diesem seiner Meinung nach existenziellen Thema gebetsmühlenartig seine Argumente. Diesmal ist ein anderes Kabinettsmitglied der Adressat – und zwar der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler).

In der jüngsten Gemeinderatssitzung verlas Bürgermeister Zahler sein dreiseitiges Schreiben, dass er dem Ressortchef hat zukommen lassen. Es will zum einen die nach wie vor ungelöste Geschiebe-Problematik aufzeigen und zum anderen Lösungsansätze anbieten – gerade im Hinblick auf den hochwasser-bedrohten Trinkwasserbrunnen an der Auhütte. Dort musste im Frühjahr die Förderung wegen des enorm gestiegenen Grundwasserspiegels und der damit verbundenen Gefahr von Krankheitserregern eingestellt werden (wir berichteten). Dank der Notverbundleitung mit Krün saßen die Wallgauer nicht auf dem Trockenen.

Zahlers Memorandum

„Nicht kompensiert werden kann eine längerfristige Abschaltung des Brunnens, wie es aber aufgrund chronisch hoher Grundwasserstände der Fall ist“, heißt es in Zahlers Memorandum. „Eine dauerhafte Lieferung würde das Trinkwassersystem der Nachbargemeinde aus nachvollziehbaren Gründen überfordern.“

In der Denkschrift an Minister Glauber erteilt der hochwasser-erprobte Bürgermeister dem vom Kreisfischereiverein präferierten Kiesfangbecken am Krüner Wehr eine klare Absage. Zahler beruft sich dabei auf Untersuchungen der Technischen Universität München. Diese haben laut Zahler ergeben, dass mit „einer ungefähren Effektivität des Kiesfangs von zirka 30 Prozent der Geschiebemenge“ zu rechnen sei. „Somit würden die Staudamm-Spülungen in Krün weiterhin erforderlich und somit auch das Problem für die Trinkwasserversorgung in Wallgau erhalten bleiben.“

Antwort bleibt aus

Für den Wallgauer Bürgermeister sollten zum dauerhaften Schutz des einzigen Trinkwasserbrunnens mehrere Maßnahmen via sogenannten Planfeststellungsbeschluss so schnell wie möglich umgesetzt werden. Neben der bereits erprobten Schutzwälle entlang des Brunnens solle beispielsweise ein Kiesfangbereich auf Höhe der Kiesgrube Achner realisiert werden. „Dieser Standort hat den Vorteil, dass der mit der Entnahme notwendige Schwerlastverkehr nicht durch die Orte Krün und Wallgau geführt werden muss.“

Im Gemeinderat stieß Zahlers Schreiben auf ungeteilte Unterstützung. „Ich find’s traurig“, meinte etwa Robert Kuplwieser (CSU), „dass keiner in der Politik den Arsch in der Hose hat“ – das Problem zu lösen. „Wir müssen Tacheles reden!“ Auch das fand einhellige Zustimmung.

Auf eine Antwort aus München wartet der Wallgauer Bürgermeister bis heute. Aber das ist Hansjörg Zahler beim Thema Hochwasserschutz ja schon gewohnt.

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