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So sehen die Kandidaten der Jungen Mitarbeiter aus.

Bürgermeister-Rennen in Wallgau

Zahler verzichtet auf Kandidatur: Bahn frei für Eiter

Hans Zahler hat die Katze aus dem Sack gelassen: Der Kämmerer will am 15. März in Wallgau nicht als Bürgermeister-Kandidat ins Rennen gehen.

Wallgau – Freie Bahn für Bastian Eiter (Wallgauer Wählerverein): Hans Zahler, über Monate als heißer Aspirant fürs Bürgermeisteramt gehandelt, verzichtet auf eine Kandidatur. „Ich habe mir die Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht und in den vergangenen sechs Wochen wenig geschlafen“, bekannte der 57-Jährige am Donnerstagabend bei der Aufstellungsversammlung der Jungen Mitarbeiter im Gasthof Isartal. „Die Qualifikation für den Posten hätte ich, aber ich stelle mich definitiv nicht zur Verfügung.“

Damit hat der Gemeinde-Kämmerer mit einem Satz alle Spekulation um seine Zukunft beendet und zugleich auch die Hoffnungen vieler aus dem konservativen Lager zerstört, die im erzschwarzen Wallgau einen roten Rathauschef verhindern wollten. Bekanntlich ist der nun mehr einzige Anwärter Eiter ein bekennender Sozialdemokrat.

Über 30 Zuhörer

Eigentlich hätte die Sitzung beim „Neuwirt“ um 19.30 Uhr beginnen sollen. Doch Listenführer Hans Baur konnte die Versammlung erst eine halbe Stunde später eröffnen. Immer wieder waren interessierte Bürger in den Nebenraum gekommen – wohl auch um aus erster Hand etwas über die Personalie Zahler zu erfahren. Am Ende zählten die Organisatoren über 30 Zuhörer in der Gaststube.

Als der vermeintliche Hoffnungsträger sich erhebt, wird es dort merklich still. Nachdem Zahler die entscheidenden Worte ausgesprochen hat, verrät er dem Publikum, dass er eigentlich gehofft habe, dass ihn Freunde aus einer anderen Gruppierung fragen, ob er für sie ins Rennen geht. „Wenn da schon ein gewisses Vertrauen fehlt, dann wird es schwer, das Amt eines Bürgermeisters auszuüben.“ Damit zielt Zahler offenbar auf den Wählerverein um Vize-Bürgermeister Karlheinz Schwaiger ab, der bekanntermaßen Bastian Eiter den Vorzug gab. Falls diesem am 15. März das Vertrauen gegeben wird, möchte Zahler die nächsten Jahre bis zu seiner Pensionierung als Kämmerer in gewohnter Weise zuarbeiten. „Als Geschäftsleitender Beamter versichere ich, dass ich dem künftigen Bürgermeister und allen Gemeinderäten weiterhin beratend zur Seite stehen werde.“ Für JM-Sprecher Baur zwar eine ernüchternde, aber letztlich nachvollziehbare Aussage, „die wir alle akzeptieren müssen“.

Last-Minute-Liste

Zufrieden zeigt sich Baur über das Zustandekommen seiner Last-Minute-Liste. „Denn es ist wichtig, dass wir zu den Kommunalwahlen eine dritte Liste präsentieren können, denn so hat der Bürger eine größere Entscheidungsbasis“. Der Jurist erinnerte daran, dass die Jungen Mitarbeiter seit 1972 die politische Landschaft in Wallgau bereichern und in Gestalt von Georg Jennewein sogar schon den Bürgermeister gestellt haben. Baur sieht dem Entscheidungstag optimistisch entgegen. „Unser Wunsch sind zwei oder vielleicht sogar drei Mandate.“ Aktuell verfügt die Gruppierung über drei. Für den 15. März können Baur und Co. 13 Aspiranten ins Rennen schicken – unter anderem mit Hans Krüner, dem Maxhüttenwirt, einen Ex-Gemeinderat (2008 bis 2014) und mit Johannes Zahler den Sohn des Kämmerers, der zuvor auf eine Kampfkandidatur ums Bürgermeisteramt verzichtet hatte. 

Wolfgang Kunz

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