+
Punktlandung im Zielsektor.

Fallschirmspringen

Luftakrobat Zahler mit Gold und Silber zurück aus China

Das Obere Isartal hat wieder einen Weltmeister. Bei den Military-World-Games in Wuhan landete Soldat Christoph Zahler mit der Nationalmannschaft im Fallschirmspringen in Fernost auf dem Siegerpodest.

Wallgau/Altenstadt Fallschirmspringen ist die große Leidenschaft von Christoph Zahler. Der 28-jährige Enkel von Krüns Altbürgermeister und Ehrenbürger Sepp Zahler (74) ist deshalb auch von seinem Wohnort Wallgau nach Altenstadt umgezogen. Am dortigen Ausbildungsstützpunkt der Luftlande-/Lufttransportschule der Bundeswehr hat der Oberfeldwebel als Mitglied der Sportgruppe und der deutschen Nationalmannschaft im Fallschirmspringen nun bei den Military-World-Games im chinesischen Wuhan eine Gold- und eine Silbermedaille gewonnen.

„Für uns ist dieser Wettbewerb gleichzusetzen mit Olympia“, beschreibt Zahler die Wertigkeit der Veranstaltung, bei der immerhin 9300 Teilnehmer aus 109 Nationen in den Disziplinen Leichtathletik, Schießen, Judo, Ringen, Bogenschießen, Fechten, Golfen und Fallschirmspringen gestartet waren.

Landen auf 20-Cent-Stück

Als Mitglied des fünfköpfigen BRD-Teams trat Zahler binnen 14 Tagen in drei Disziplinen an. Beim Zielspringen musste der Isartaler bei zehn Absprüngen aus einem Flugzeug aus 1000 Metern Höhe einen Punkt treffen, der nicht größer als ein 20-Cent-Stück ist. Der „Nullpunkt“ befindet sich in der Mitte einer elektronischen Mess-Scheibe in einem Kreis mit 25 Metern Durchmesser.

Beim sogenannten Stil- oder Figurenspringen – dabei geht es aus 2200 Metern Höhe fünfmal nach unten – ist Geschicklichkeit gefragt. Bei einer Fallgeschwindigkeit von rund 350 Stundenkilometern sollten zwei Drehungen, ein Salto, wieder zwei Drehungen und nochmals ein Salto so schnell und sauber wie möglich in höchstens sieben Sekunden absolviert werden. In dieser Einzelkonkurrenz reichte es für Zahler „nur“ zu Rang neun. Was den Isartaler durchaus zufrieden stellt. „Angesichts der vertretenen Weltelite war das für mich ein schöner Erfolg.“

Echte Luftakrobaten

Beim Formationsspringen mussten die fünf Luftakrobaten – vier gehen in die Wertung, einer fungiert als Kameramann – gleichzeitig das Flugzeug verlassen und fünf vorgegebene Figuren möglichst oft in 35 Sekunden wiederholen. Wie glatt dieses Unternehmen ablief, das bewerteten die Juroren nach Auswertung des Films.

„Ich war als erster Springer meiner Mannschaft immer für den Zeitpunkt des Absetzens verantwortlich“, plaudert Zahler aus dem Nähkästchen. „Deshalb war der Wettbewerb für mich extrem anstrengend, zumal wir auch vom Wetter abhängig sind.“ Bei guten Bedingungen konnten drei und nach wetterbedingtem Ausfall mussten fünf bis sieben Sprünge pro Tag gemeistert werden.

Königsdisziplin

Die Fallschirmspringer sehen die drei Einheiten bei den Military-World-Games als Königsdisziplin an. Die deutsche Mannschaft holte im Ziel- und Stilspringen jeweils Silber. In Addition mit dem vierten Platz im Formations-Wettbewerb bedeutete das in der Kombiwertung die Goldmedaille.

So zielsicher wie in der Luft ist Zahler auch im wahren Leben. „Ich möchte Berufssoldat werden.“ Deshalb zieht er mit Frau Bianca und Sohn Noah (2) in zwei Wochen nach Peiting, wo man ein Haus gebaut hat. Ins Obere Isartal wird der frisch gebackene und heimatverbundene Weltmeister mit Familie aber regelmäßig zum Verwandtenbesuch kommen.

Wolfgang Kunz

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Das Kranzbach“: Hoteldirektor King geht
Acht Jahre stand Klaus King im Luxushotel „Das Kranzbach“ an der Spitze. Ende Dezember ist dieses Kapitel offiziell geschlossen.
„Das Kranzbach“: Hoteldirektor King geht
Schlimm zugerichtetes Hirschkalb stirbt qualvoll: Tierschützer haben schrecklichen Verdacht
Einen grausamen Tod musste ein Rotwildkalb in der Nähe von Oberau erleiden: Das Tier wurde offenbar gejagt und verletzt. Tierschützer haben einen besorgniserregenden …
Schlimm zugerichtetes Hirschkalb stirbt qualvoll: Tierschützer haben schrecklichen Verdacht
Freitag geht es los: Erstes Skigebiet in Bayern startet in die Saison
Am Freitag startet das erste Skigebiet Bayerns in die Saison. Hier die zwei größten in der Region Garmisch-Partenkirchen und ein Geheimtipp.
Freitag geht es los: Erstes Skigebiet in Bayern startet in die Saison
Illegales Autorennen am Walchensee: Fahrer (18) rammt Audi kurz vor dem Tunnel
Nach einem illegalen Autorennen auf der B11 kam es zwischen Urfeld und Walchensee zu einem Unfall. Zwei junge Männer wurden verletzt.
Illegales Autorennen am Walchensee: Fahrer (18) rammt Audi kurz vor dem Tunnel

Kommentare