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Auf dem weitläufigen Schulgelände wird eine Kleinsporthalle geplant.

Bau einer Kleinsporthalle

Schul-Offensive: Wallgau gibt Gas

  • vonChristof Schnürer
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Die Zeit drängt. Deshalb drückt der Wallgauer Bürgermeister bei der Schulsanierung aufs Tempo - und nicht nur da.

Wallgau – Monatelang herrschte Funkstille. Das letzte Gespräch zur Zukunft der Wallgauer Grundschule soll am 2. April 2019 stattgefunden haben. „Daraufhin ist lange nichts passiert“, informierte der neue Rathauschef Bastian Eiter (Wählerverein) den erstaunten Gemeinderat.

Auf die Frage, warum über ein Jahr lang Stillstand herrschte, gibt sich der Nachfolger von Hansjörg Zahler (CSU) gegenüber dem Tagblatt zurückhaltend und diplomatisch: „Da kann jeder seine eigenen Schlüsse daraus ziehen.“ „Mehrfach“ sei auf den dringenden Handlungsbedarf am Schulstandort Wallgau/Krün hingewiesen worden, teilt auch die zuständige Schulamtsdirektorin Gisela Ehrl mit. „Umso schöner ist es, dass der neue Bürgermeister dies jetzt zielstrebig angehen möchte.“ Glaubt man dessen Worten im Gemeinderat, will Eiter endlich raus aus diesem Leerlauf.

Kontakt mit Schulamt

Nach Wochen und Monaten der Sprachlosigkeit suchte der Rathauschef bereits kurz nach Amtsantritt im Mai den Kontakt zu den beiden Schulamtsdirektoren Ehrl und Markus Köpf in Garmisch-Partenkirchen. Eiter berichtet von „einem sehr guten Gespräch“ – mit der Quintessenz, dass die Sanierung beziehungsweise der Neubau der Wallgauer Schule – einstimmig im Gemeinderat am 26. Juni 2018 (!) beschlossen – längst überfällig sind. Daneben hat Eiter bei dem Treffen unschwer herausgehört, dass der Sportunterricht künftig in zeitgemäßem Ambiente vonstatten gehen müsse. „Mir wurde klargemacht, man werde nicht mehr lange zuschauen“, teilte der Bürgermeister den Ratsmitgliedern mit.

Will der Schulverbund Wallgau/Krün also vermeiden, dass seine Kinder künftig mit dem Bus in einen anderen Ort zum Sportunterricht gekarrt werden, dann sollte gehandelt werden. Planungen in Wallgau laufen demnach nicht nur in Richtung Schul-Sanierung, sondern es wird zudem der Bau einer sogenannten Kleinsporthalle verfolgt. Im Gemeinderat stieß das auf ungeteilte Zustimmung. „Wir sind uns doch einig, dass wir alle Hebel in Bewegung setzen“, warf beispielsweise Philipp Hubbauer (CSU) in die Runde. „Das ist absolut wichtig für Wallgau“, ergänzte Zweiter Bürgermeister Bernhard Wilde (Wählerverein).

Etatansatz: 1,2 Millionen Euro

Wie ernst es ihm und seinen Kollegen ist, beweist ein Blick in den soeben verabschiedeten Haushalt. Bei Vorhaben für 2021 findet sich der Bau der Halle – Etatansatz 1,2 Millionen Euro. Kämmerer Hans Zahler geht von einem Staatszuschuss in Höhe von 400 000 Euro aus. Blieben für das Dorf also Nettokosten von voraussichtlich 800 000 Euro. Drei Millionen Euro erwartet man für die Schulsanierung samt Neubau – geplant für 2022 und 2023. Hierbei erhofft sich die Gemeinde Fördermittel von zirka einer Million Euro.

Als nächster Schritt soll der zuständigen Regierung von Oberbayern ein Vorentwurf der 12 auf 18 Meter großen Halle mit Geräte- und Sportlehrerraum sowie zwei Umkleidebereiche vorgelegt werden. Zeitgleich verständigt sich Wallgau mit der Partnergemeinde Krün darauf, dass das Thema Ganztagsbetreuung vom Nachbarort beackert wird. Bürgermeister Eiter ist zu allem entschlossen. Oder wie er sich ausdrückt: „Wir sollten zeitnah die Voraussetzung für eine Kleinsporthalle schaffen.“

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