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Im Normalfall fährt Hans Neuner über die Finzbrücke (rechts). Dann folgt er der Straße vorbei am Genossenschaftsstadel (Flurnummer 221/4) und quert anschließend das Finz-Bachbett, um zum hinterliegenden Grundstück zu gelangen. Führt die Finz Wasser, muss Neuner vor der Brücke rechts abbiegen und oberhalb der Finz zunächst über Gemeinde- und dann über Privatgrund steuern, um das Anwesen in der Witter zu erreichen. 

Heikle  Zufahrt

Finzfurt – Gemeinderat Wallgau winkt ab

  • vonChristof Schnürer
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Der Posthalter-Hans kann die Haltung der hiesigen Volksvertreter nicht nachvollziehen. Diese haben einhellig beschlossen, den Bau eines Übergangs an der Finz nicht beim Landratsamt zu beantragen. Bürgermeister Hansjörg Zahler und Co. sehen dazu keine Veranlassung.

Wallgau – Hans Neuner schüttelt den Kopf. „Ich versteh’s nicht.“ Was der Posthalter-Hans meint? Die Entscheidung des Wallgauer Gemeinderats. Dieser hat es nach kurzer Diskussion einstimmig abgelehnt, beim Landratsamt den Bau einer Furt über die Finz zu beantragen.

Seit längerem beschäftigt dieses brisante Thema schon die Lokalpolitik. Nicht umsonst waren die Zuschauerplätze während der Debatte im Rathaus alle besetzt, was in Wallgau eher selten vorkommt. Die Diskussion über eine technische Querung läuft schon einige Zeit. Die Gemüter kochten hoch, als Hans Neuner vor gut einem Jahr selbst zur Tat schritt und von seinem Spezl einige Betonelemente in das Bachbett legen ließ. Ein Fehler, wie der „Posthalter“ später selbst erkannte. Zähneknirschend und kleinlaut musste er nach einem Rüffel des Landratsamts die Furt Marke Eigenbau wieder entfernen. Die steinernen Reste liegen immer noch am Ufer.

Wehe, es ist Wasser in der Finz

„Die kommen weg“, versichert Neuner, der in puncto Furt nicht locker lassen will. Für ihn ist diese Querungshilfe die einzige Möglichkeit, ohne Reibereien mit den Nachbarn auf sein 4,5 Hektar großes Refugium in der Witter zu gelangen. Entgegen allen Gerüchten, betont Neuner, sei sein Altersruhesitz völlig legal. Inzwischen hat er das idyllische Fleckchen Erde an ein Starnberger Ehepaar verkauft. Umso wichtiger für den ehemaligen Gemeinderat der Freien Wähler, dass der Zugang zum Witter-Grundstück geregelt ist. Denn führt die Finz Wasser, ist eine Überquerung des Bachbetts nicht möglich. Dann muss Neuner oberhalb der Finz fahren und zunächst Gemeinde- und dann Privatgrund passieren. Und da liegt laut Neuner das Problem. „Ab hier ist nichts mehr geschrieben, keine Sicherheit eingetragen.“ Im schlimmsten Fall könne die betreffende, ebenfalls alteingesessene Familie „morgen zumachen“. Angeblich hätte diese ihm gegenüber schon einmal mit dieser Keule gedroht.

Öffentliches Interesse

Um derlei geartete Probleme endgültig aus der Welt zu schaffen, unterstreicht der „Posthalter-Hans“ die Realisierung der Furt. Grünes Licht vom Landratsamt, die durchaus öffentliches Interesse sieht, hat er offenbar. Doch die Kreisbehörde empfiehlt, dass der Übergang offiziell beantragt wird – im Idealfall von der Gemeinde.

Doch deren Vertreter ziehen nicht so recht. „Die Zuwegung ist doch gesichert“, findet etwa Josef Berwein (Wählerverein), „ich sehe das als ausreichend an“. Ins gleiche Horn stößt Philipp Hubbauer (CSU). „Ich sehe hierzu überhaupt keine Notwendigkeit.“ Zuvor hatte Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) die Gemeinderäte darauf hingewiesen, zu ergründen, ob an der geplanten Querung wirklich öffentliches Interesse besteht. Zumal eine Furt „auch keine dauerhafte Lösung“ sei.

Klare Ablehnung

Am Ende lautete das Ergebnis 11:0 gegen den empfohlenen Furt-Antrag. Hans Neuners Neffe Bernhard Neuner junior hatte sich zwecks Befangenheit enthalten. Sein Onkel möchte nun selbst die Furt beantragen und bezahlen. Was er im Übrigen auch getan hätte, falls die Kommune das Gesuch gestellt hätte. Die Unterhaltskosten gehen dann wahrscheinlich auch zu Lasten Neuners – oder seiner Nachfolger an der Witter.

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