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Mit Gottes Segen: Pfarrer Michael Wehrsdorf weiht die neue Schutzhütte am Krepelschroffen ein. Assistiert wird der Seelsorger von Mesnerin Katrin Simon (vorne) und den Ministranten Vreni Neuner und Daniel Schnitzer. 

Neuer Unterstand am Krepelschroffen

Wallgauer Wahrzeichen

Zweieinhalb Jahre nach dem verheerenden Brand haben die Wallgauer eine neue Schutzhütte auf dem Krepelschroffen. Nun erhielt der Unterstand seinen kirchlichen Segen.

Wallgau – Die Wallgauer haben ein weiteres Wahrzeichen: den neuen Unterstand auf dem Krepelschroffen, der durch Pfarrer Michael Wehrsdorf nun eingeweiht wurde. Was den Einheimischen ihr Hausberg bedeutet, kam in der von Hans Zahler (Johanniverein) vorgetragenen Lesung zum Ausdruck. Da ist von Glaube, Gnade, Geduld und Hoffnung die Rede. All das geht einem durch den Kopf angesichts des grandiosen Ausblicks aufs Obere Isartal.

Der Aufstieg bietet die Möglichkeit, kurz dem Alltag zu entfliehen und Hoffnung zu schöpfen. Ein gutes Beispiel dafür ist Franz Neuner. Der „Hans’n-Franz“ meistert die Tour zum Krepelschroffen selbst mit über 90 Jahren.

Mit dem Unterstand hat der Wallgauer noch einen Grund mehr dorthin hinauf zu gehen. Zumal Seelsorger Wehrsdorf beim Segen für die massive Hütte auch den Heiligen Florian, den Schutzpatron der Feuerwehr, anrief. Der Krepelschroffen ist nämlich nicht nur schön, sondern kann auch brandgefährlich sein. Zwei vorherige Unterstände, vom Johanniverein errichtet, fielen den Flammen zum Opfer.

Auf Initiative von Gemeinderat und Gebirgsschützen-Hauptmann Hans Baur entstand zweieinhalb Jahre nach dem verheerenden Silvesterbrand von 2016 auf dem Gelände der Posthalter-Familie Neuner eine Blockhütte mit Lärchenschindeln. Gekostet hat das Bauwerk gerade einmal eine vierstellige Summe.

Baurs Dank richtete sich vor allem an die 23 freiwilligen Helfer, die dort oben auf 1160 Metern Höhe kräftig angepackt hatten. Ohne die Zimmerermeister Marcus Sperer, der seine Werkstatt zur Verfügung gestellt hatte, und Florian Baumann wäre das Ganze nicht so reibungslos und professionell über die Bühne gegangen. „Gäbe es die DDR noch, währt’s Ihr die ersten Anwärter auf den Bauorden. Aber leider haben wir keinen solchen“, merkte Gebirgsschützen-Hauptmann Baur mit der im eigenen Süffisanz an.

Nicht unerwähnt sollte zudem die Unterstützung des Johannivereins und der Gemeinde bleiben. Ebenso positiv ist die Bereitschaft der Eigentümer Bernhard Neuner junior und der Familie Hefter, die den benötigten Grund zur Verfügung gestellt hatten. Baur wäre nicht Baur, wenn er nicht ebenso humoresk in Richtung des Posthalters bemerkte: „Das ist der Ausgangspunkt für ein Bergrestaurant in 50 Jahren.“

Sein Licht stellte Baur dabei unter den Scheffel. Er ließ unerwähnt, dass sein Verzicht auf Geschenke zu seinem 70. Geburtstag zu Gunsten von Geldspenden für den Unterstand die finanzielle Grundlage für die Hütte darstellte. Dabei kamen immerhin 6000 Euro zusammen.

Feucht-fröhlich wurde es erst unter den Besuchern, als flüssiges Manna und das von Florian Baumann gestiftete Gipfelbuch unter den Bergsteigern in Umlauf kam.

Leonhard Habersetzer

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