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Hunde mit einer Schulterhöhe von 50 Zentimetern sollen künftig in bestimmten Bereichen an der Leine gehen.

Leinenpflicht für bestimmte Bereiche und Wege soll kommen

Wallgau reagiert: Regeln für Hundehalter werden konkret

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Er will eine Verordnung für Hundehalter verabschieden. Der Entwurf steht bereits. Jetzt aber wartet der Wallgauer Gemeinderat auf die Antwort aus dem Krüner Rathaus.

Wallgau – Für Bernhard Wilde (Wählerverein) ist die Sache klar. Wenn der Wallgauer nur dran denkt, dass einem Kind einmal etwas zustößt, was durch eine Verordnung verhindert hätte werden können, „dann muss ich nicht viel überlegen“. Er pocht auf ein Regelwerk für Hundehalter, in dem die Leinenpflicht verankert ist. So wie es seine Gruppierung neben drei weiteren Anliegen dazu schon im Juli dieses Jahres beantragt hatte (siehe  unten). Jetzt wurde dem Gemeinderat ein Entwurf präsentiert, mit dem sich alle anfreunden konnten. In Kraft tritt das Edikt aber noch nicht.

In bestimmten Ortsbereichen sollen Kampfhunde und große Hunde ab einer Schulterhöhe von mindestens 50 Zentimetern nicht mehr frei herumlaufen dürfen. Das gilt unter anderem auf allen öffentlichen Straßen und Plätzen sowie beispielsweise für den Isarkanal-, Märchen-, Barmsee-, Witter- und Vorderbergweg. Aber auch auf den Wanderwegen zum Krepelschroffen und an der Route entlang der Isar Richtung Krün. Wegen der Nähe zum Nachbarort heißt es noch Abwarten. „Die Wegbeschreibung muss mit Krün zusammenpassen“, betonte Josef Berwein (Wählerverein). Deshalb geht der Entwurf nun erst an Thomas Schwarzenberger (CSU) und sein Gremium, um eine einheitliche Regelung zu erreichen.

Bis sich die Kommunalpolitiker auf diese Vorgehensweise einigten, zerpflückten sie das Thema. Denn die Verordnung zu erlassen, sei nicht das Hexenwerk, meinte Hansjörg Zahler (CSU) und spielte damit auf zwei wichtige Fragen an. Wer kontrolliert und wer ahndet. Das Ordnungsamt müsste diese Arbeit zusätzlich erledigen und Strafen, die erst noch festzulegen seien, verhängen. Ob die Angestellten dazu kommen – unklar. Zudem benötigt die Gemeinde Schilder, die auf die Anleinpflicht hinweisen. Die Kosten liegen dem Bürgermeister zufolge bei etwa 2000 Euro. Deshalb liebäugelte er weniger mit einem Verbot, sondern eher mit dem Start einer Aktion, bei der man um Verständnis wirbt. Damit stieß er nicht gerade auf offene Ohren. „Das ist gut gemeint“, sagte Bastian Eiter (Wählerverein), „bringt aber wenig.“

Robert Kuplwieser (CSU) störte außerdem die festgelegte Größe der Hunde. Als sinnvoller erachtete er es, die Regeln für alle Vierbeiner festzuzurren. „95 Prozent sind doch kleiner als 50 Zentimeter“, betonte er. Zahler aber nahm ihm sofort jede Hoffnung. Die Verordnung auf alle Hunde anzuwenden, sieht das bayerische Recht nicht vor.

Gepunktet hat dagegen Bernhard Neuner (CSU) mit seinem Vorschlag. Ihn stören zusätzliche Schilder. Deshalb plädierte er für eine „sauber erarbeitete Broschüre“, die Vermieter ihren Gästen aushändigen sollen. Er ist davon überzeugt, dass viele Hundehalter Einsicht zeigen, „man muss halt clever formulieren“. Neuner erfuhr Zustimmung vom Gremium und vom Bürgermeister. Der Tenor: Mit den Infoblättern könnte man über die Probleme aufklären. Zum Beispiel über die Auswirkungen von Hundekot auf Wiesen.

Das eine tun, das andere nicht lassen – diese Meinung vertrat Berwein. Heißt: Broschüre und Verordnung realisieren. Samt Schildern. Die seien unumgänglich, betonte Zahler. Schließlich müsse man den Hundebesitzern die entsprechenden Zonen zeigen, in denen die Anleinpflicht zu berücksichtigen ist.

Die weiteren Anträge:

- Mehr Hundekot-Behälter: Drei weitere wurden bereits angeschafft, insgesamt gibt es 17 Hundetoiletten im Ortsbereich. 

-  Höhere Hundesteuer: Eine Anhebung von 75 auf 90 Euro soll bei den Haushaltsberatungen zur Sprache kommen. 

-  Einführung einer Hundetaxe: Für diesen Schritt fehlt die Rechtsgrundlage, machte Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) deutlich und empfahl, den Antrag zu präzisieren oder zurückzuziehen.

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