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Wallgau unter Strom: Jetzt melden sich die PV-Gegner zu Wort

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Von: Christof Schnürer

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Die beiden sind sich einig: (v. l.) Hans Baur und Bernhard Wilde sprechen sich gegen die PV-Anlage aus.
Die beiden sind sich einig: (v. l.) Hans Baur und Bernhard Wilde sprechen sich gegen die PV-Anlage aus. © Josef Hornsteiner

Der Wettstreit um die besseren Argumente ist in Wallgau voll entbrannt. Beim Für und Wider einer Photovoltaik-Freiflächenanlage melden sich nun die Bedenkenträger zu Wort – acht Gemeinderäte.

Wallgau – Nur einen Tag, nachdem die Befürworter einer PV-Anlage am Kieswerk Achner ihre Unterschriftenlisten ausgelegt haben, wenden sich nun diejenigen in Wallgau an die Öffentlichkeit, die ein Problem mit diesem Projekt haben: die Gemeinderäte Bernhard Wilde, Josef Berwein, Karlheinz Schwaiger, Dr. Johann Neuner (alle Wählerverein), Philipp Hubbauer, Anton Berwein (beide CSU) sowie Hans Baur und Hans Krüner (beide Junge Mitarbeiter). Dies acht Volksvertreter hatten bereits im November gegen die Pläne der Vispiron EPC GmbH & Co. KG gestimmt und somit das Vorhaben zum Scheitern gebracht – vorerst. Denn inzwischen strebt eine Initiative um Karl-Otto Schmid, die sich mit diesem Votum nicht abfinden will, einen Bürgerentscheid an (wir berichteten).

Der Wettstreit um die besseren Argumente im Dorf ist somit entbrannt. In einem Zwölf-Punkte-Papier versuchen nun die PV-Skeptiker um Zweiten Bürgermeister Wilde, ihre Sichtweise zu erläutern. Da ist für sie beispielsweise der gestiegene Grundbedarf für Projekte wie beispielsweise die Erweiterung des Gewerbegebiets. „Daher sehen wir eine Versiegelung von Flächen für die Energiegewinnung als hinderlich“, heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung.

Natürlich spielt auch die Landwirtschaft – die beiden Berwein-Brüder und Karlheinz Schwaiger entstammen einer solchen – in der Abwägung eine zentrale Rolle. Areale, die für die Stromerzeugung genutzt werden, stehen den Bauern im Werdenfelser Land dann nicht mehr zur Verfügung, argumentieren Wilde und Co. „Flächen zu versiegeln und der Landwirtschaft zu entziehen, wird über kurz oder lang zu erhöhten Pachtpreisen für die Landwirtschaft führen.“ Darüber hinaus wollen die acht Gemeinderäte wissen, dass der gewonnene Strom dieser PV-Anlage in das Netz des Betreibers gespeist wird. „Die angegeben 360 Haushalte sind ein Rechenbeispiel. Dieser Strom wird nicht direkt oder ausschließlich in Wallgau verbraucht.“ Selbstredend stellen die PV-Gegner auch eine wirtschaftliche Rechnung auf. „Eine Wertschöpfung für Wallgau ist bei dem vorgelegten Antrag nicht zu erkennen“, heißt es in dem Schreiben. „Es werden keine Arbeitsplätze für die Region geschaffen, ein Ertrag über die Gewerbesteuer bei einer GmbH ist nicht zu erwarten, und eine Beteiligung an der Einspeisevergütung oder ein günstiger Stromtarif für die Wallgauer ist nicht geklärt.“ Der erzeugte Strom werde „bestmöglich vermarktet“.

Auch der Faktor Zeit spielt bei Wilde und seinen Mitstreitern eine Rolle. „Bevor Entscheidungen bezüglich PV-Anlagen in Wallgau getroffen werden, muss ein Leitfaden ausgearbeitet werden.“ In diesem sollten nicht nur standortbezogene Kriterien aufgeführt werden, sondern auch Richtlinien, „die den Wallgauern zu Gute kommen“.

Abschließend stören sich die acht Gemeinderäte am Standort. „Wallgau liegt auf 870 Meter Seehöhe, es gibt immer wieder schneereiche Winter, kurze Tage im Winter und einen späten Sonnenaufgang durch die Tallage.“

Schon jetzt ist klar: Die kommenden Wochen und Monate steht Wallgau ordentlich unter Strom.

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