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Erstaunliche These von Ortsvorsitzendem Bernhard Neuner junior (2. v. l.). Sein Parteifreund und Bürgermeister Hansjörg Zahler (4. v. l.) nimmt‘s gelassen.

Interessante Diskussion bei der CSU

Erstaunliche These in Wallgau: „Könnten uns hauptamtlichen Bürgermeister sparen“

Wallgau braucht eigentlich keinen hauptamtlichen Bürgermeister. Mit dieser These sorgt der CSU-Ortsvorsitzende von Wallgau für Erstaunen - zumal der amtierende Rathauschef sein Parteifreund ist und seine Aufgaben keineswegs nebenberuflich ausübt.

Wallgau – Gemeinderat und CSU-Ortsvorsitzender Bernhard Neuner junior hat sich zuletzt mit den finanziellen Strukturen seiner Heimatgemeinde Wallgau beschäftigt – und kam bei seiner Analyse zu einem erstaunlichen Ergebnis: „Wir könnten uns eigentlich einen hauptamtlichen Bürgermeister sparen“, konstatierte der Posthalter zur Überraschung einiger Zuhörer bei der Jahresversammlung seiner Partei im Gasthof Isartal. „Die Gemeindeordnung sieht vor, dass ein Ort unter 5000 Einwohnern auch einen ehrenamtlichen Bürgermeister bestellen kann.“

Derselben Meinung waren die Schwarzen übrigens vor 18 Jahren, als ihr Zugpferd Dr. Ludger Goppel gegen Georg Jennewein antrat. 2008 wollte der nun kandidierende Hansjörg Zahler davon plötzlich nichts mehr wissen.

Apropos: Der aktuelle Rathauschef, der gleichzeitig als Zweiter CSU-Ortsvorsitzender bestätigt wurde, hielt sich bei der anschließenden Diskussion beim „Neuwirt“ merklich zurück. Was ebenso verwundert, schließlich geht es doch um die Besoldung seines Postens. Das nährt natürlich die Vermutung, dass Zahler hinter dem Vorstoß Neuners steckt. Kurz und knapp meinte das Gemeindeoberhaupt: „Die Einnahme- und Ausgabe-Struktur nach Änderung unserer Personallage zu prüfen, ist durchaus legitim.“ Denn durch viele Eigeninitiativen des Bauhofchefs Franz Breith und nach dem erfolgreich absolvierten Verwaltungslehrgang II der Rathauskraft Florian Neuner „haben sich die Rahmenbedingungen entscheidend geändert“.

Ob Zahler unter diesen Bedingungen bei der Kommunalwahl 2020 noch einmal antritt, ließ er auch an diesem Abend vor seinen Parteifreunden offen. Nur eines wollte der viel gescholtene Bürgermeister los werden: „Schimpfen auf mich ist normal. Aber nicht, dass nach Beschlüssen dagegen gearbeitet wird.“ Den 55-jährigen Rathauschef nervt regelrecht die destruktive Einstellung vieler Bürger, die gravierende Folgen haben könnte. „Wenn das unsere Dorfentwicklung ist, dann wird die Wirtschaftlichkeit durch die Regierung in Frage gestellt – und wir werden untergebuttert.“

Wolfgang Kunz

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