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Nur der Altersdurchschnitt steigt

Wallgauer CSU weiter im Sinkflug

Kein guter Trend: Dem Ortsverband bricht der Nachwuchs weg. Von 90 auf 50 Mitglieder ist die Wallgauer CSU geschrumpft. 

Wallgau – Die einst kraftstrotzende Wallgauer CSU verliert weiter Gleichgesinnte. „Nach neun Austritten und zwei Neuzugängen stehen wir bei 50 Mitgliedern“, teilte der Ortsvorsitzende Bernhard Neuner junior bei der Jahresversammlung im Gasthof Isartal („Neuwirt“) mit. Der Sinkflug der Schwarzen, der 2007 (90 Mitglieder) begonnen hatte, setzt sich also fort – zwar nicht rasant, aber kontinuierlich.

Die CSU, die zu Stoibers Zeiten bei Landtags- oder Bundestagswahlen schon mal die 90-Prozent-Marke schrammte, schrumpft aber nicht nur, sie wird zudem spürbar älter. Derzeit liegt laut Neuner der Altersdurchschnitt bei 62,6 Jahren. Mit anderen Worten: Dem Ortsverband bricht zusehends der Nachwuchs weg. „Anscheinend ist aktive Vereinsarbeit nicht mehr populär“, mutmaßt der „Posthalter-Bernhard“. „Junge Mitglieder werden weniger, weil sie sich nicht mehr binden wollen.“

Auch in puncto Durchhaltevermögen sah es schon mal rosiger aus. Durchschnittlich halten Parteifreunde der Wallgauer CSU 25,4 Jahre die Treue. Der Satz „Einmal Schwarzer, immer Schwarzer“ in Anlehnung an den Wahlspruch des TSV 1860 München („Einmal Löwe, immer Löwe“) gilt offenbar bei den meisten nicht mehr.

Ein Bilderbuch-Schwarzer: Josef Berwein (Mitte) gehört seit 40 Jahren dem CSU-Ortsverband an. Dazu gratulieren Vorsitzender Bernhard Neuner (l.) und dessen Vize, Bürgermeister Hansjörg Zahler (r.).

Mit Ausnahme der beiden langjährigen Gemeinderäte Albert Storf (79) und Josef Berwein (67). Diese zwei Bilderbuch-Konservativen erhielten neben Josef Bauer aus Lenggries eine Auszeichnung für 40 Jahre Parteizugehörigkeit. Storf und Berwein sind sozusagen Männer der ersten Stunde. Als der Ortsverband 1978 beim „Neuwirt“ aus der Taufe gehoben wurde, traten sie spontan bei. Bis zum heutigen Tag bekennen sie Farbe. Dafür gab’s neben einer Urkunde auch die Vier-Sterne-Nadel.

Was natürlich auch den langjährigen Ortsvorsitzenden (1995 bis 2011) und amtierenden Bürgermeister Hansjörg Zahler freut. Der Rathauschef nahm eingehend zu brennenden Themen der Ortspolitik Stellung – beispielsweise zu der massiven Verkehrszunahme. So könne es auf Dauer nicht weiter gehen. „Da müssen wir uns Gedanken über eine Umgehungsstraße machen.“ Bei der Neugestaltung des Kirchenböbl – dem Dauerthema schlechthin – präferiert Zahler den Erhalt des „bäuerlichen Ambientes“. Mit der damit verzahnten Dorferneuerung soll’s den Worten des Bürgermeisters nach erst dann weitergehen, wenn die Causa Kirchenböbl gelöst ist.

Zum Schluss appellierte der Ortschef Neuner nochmals an die Mitglieder, zur Wahl zu gehen und das Kreuzchen an der richtigen Stelle zu machen, „damit die bei der letzten Wahl von der AfD erzielten 15 Prozent keinen Bestand mehr haben“.

csc/ku

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