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Bergmesse mit einem leibhaftigen Pfarrer: Michael Wehrsdorf kann diesmal nicht mit den Simetsberglern einen Gottesdienst in luftiger Höhe feiern. 

Trachtenverein Wallgau auf Priestersuche 

Wenn der Pfarrer Luxus wird

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Der Priestermangel in der katholischen Kirche macht sich im Oberen Isartal immer mehr bemerkbar. Auch die Wallgauer Trachtler können davon ein Lied singen.

Wallgau – Eine Bergmesse mit einem leibhaftigen, katholischen Seelsorger – „das wird Luxus“, glaubt Pfarrer Michael Wehrsdorf. Der 64-jährige Geistliche, der mangels Amtsbrüder seit Jahresbeginn mehr oder weniger für gleich drei Pfarreien – Mittenwald, Krün und Wallgau – zuständig ist, sollte eigentlich vergangene Woche die traditionelle Gedenkmesse der Wallgauer Trachtler zelebrieren. Doch die fiel ins Wasser.

An diesem Sonntag wollen die Simetsbergler ihren Gottesdienst auf dem Simetsberg nachholen. Doch weit und breit findet sich kein Pfarrer. „Wir haben sogar beim Ordinariat angerufen“, erzählt Trachtlerchef Franz Breith. Vorherige Versuche, für den diesmal verhinderten Wehrsdorf Ersatz zu finden, scheiterten allesamt. Militärpfarrer Norbert Sauer ist anderweitig verpflichtet, und der künftige Vikar Cezary Liwinski,

der am 9. September seinen Dienst im Oberen Isartal antritt, macht derzeit Exerzitien.

Es folgte der Hinweis der Trachtler, dass das Gipfelkreuz seit 70 Jahren auf dem Simetsberg steht. „Vielleicht erbarmt sich ja dann ein Pfarrer“, dachte sich Breith. Doch der gravierende Priestermangel tritt immer offener in der katholischen Hochburg zutage. „Das wird immer schwieriger“, meint Wehrsdorf – gerade im Hinblick auf Sonderschichten in luftiger Höhe. „Die Pfarrer werden immer älter und kommen die Berge nicht mehr rauf.“ Dabei, so heißt es, würde man doch da oben dem Herrgott noch ein Stück näher sein.

Mehr denn je ruhen die Hoffnungen auf Laien. Im Falle Wallgau ist das Mesnerin Kathrin Breith, die Schwägerin des Trachtlerchefs. Sie soll es bislang offen gehalten haben, ob sie auf dem Simetsberg ein paar geistliche Worte spricht.

An diesem Samstag will sich der Ausschuss der Simetsbergler nochmals zusammensetzen und beraten. Wahrscheinlich wird der Trachtenverein seinen traditionellen Gottesdienst unter freiem Himmel endgültig absagen – auch aus Witterungsgründen. Denn falls es – wie angekündigt – diesen Samstag regnen sollte, wird tags darauf der Weg von der Forststraße hinauf zum Gipfel ziemlich schmierig und rutschig sein – ob mit oder ohne Pfarrer.

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