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Wagemutig hüpft der Freispringer in die „Tiefe“.

Faschingsgaudi der anderen Art

Wallgau im Zirkus-Fieber 

Zauberer, Pandabären, Hochseil-Akrobaten und vieles mehr: All das konnte das Publikum beim Wallgauer Dorfzirkus bestaunen. Es gab diesmal aber auch einen Abschied. 

Wallgau – Er stand im Scheinwerferlicht, lebte von Glitzer und Glanz. Vom Beifall seiner Zuschauer. Nun ist damit Schluss. „Ich verabschiede mich heute nach 30 Jahren Zirkus in Wallgau als Clown von meinem Publikum“, verkündete Direktor Ronzahli, verkörpert von Hans Zahler. Er zieht sich von dieser Rolle zurück. Eine melancholische Stimmung machte sich angesichts des Rücktrittes Zahlers breit im Saal des Haus des Gastes. Denn es waren Worte, die nicht so recht zu einer lustigen Zirkusvorführung passen wollten, die aber auch Raum für jüngere kreative Faschingsköpfe in Wallgau lassen. Und Ronzahli hat es heuer noch mal richtig gezeigt, wie man die Zuschauer anheizt.

Eine beeindruckende Show liefern die chinesischen Schlangentänzerinnen am Dorfplatz ab. 

Schon weit vor 14 Uhr hatten die neugierigen Zuschauer am Sonntag den Dorfplatz besetzt, um sich die besten Plätze für die Freiluft-Aufführung des Wallgauer Dorfzirkusses mit Direktor Ronzahli zu sichern. Von Weitem war die von Paul Neuner dirigierte und in einheitlichem Rot gekleidete Manegenkapelle zu hören. Und dann marschierte das bunte Völkchen ein. Wagen mit Raubkatzen und Affen, dahinter ein Sprungturm für mutige Freispringer in ein „Wasserbett“, gefolgt von einem Wagen mit zwei Türmen und einem Drahtseil für die waghalsigen Hochseil-Akrobaten, dazwischen frei laufende Pandabären, Clowns, Zauberer, ein Hochrad mit gleich fünf Mitfahrern und vieles mehr. Hoch oben auf einem „Radlader-Podest“ sagten Direktor Ronzahli und Assistent Heinz Möhrlein die nostalgischen Varieté-Nummern, die atemberaubenden Flüge vom Sprungturm, die gelungenen Dressuren und die tollpatschigen Lachnummern der Clowns an.

Unter Beifall zog die Karawane weiter ins Haus des Gastes zur Hauptvorstellung. Dort warteten weitere Attraktionen auf das Publikum. Da musste sich der stärkste Mann der Welt beim Gewichtheben von einem aus der Menge bezwingen lassen. Hans Baur stellte zwei dressierte kleine „Zirkuspferdchen“ vor, und Mittenwalder Turnerinnen zeigten eine flotte Übung. Als die Manegenkapelle dann den Einzug der Gladiatoren spielte und alle Darsteller auf die Bühne kamen, war das Lied „O mein Papa“ zu hören. Der, der das für den Zirkus verkörpert, hört nun auf.

Wolfgang Kunz

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