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Das Herz – sprich das Zentrum Wallgaus – soll wieder zum Pulsieren gebracht werden.

"Es ist so gut wie nichts mehr los"

Gesundheit soll Leben nach Wallgau bringen

Wallgau - Wallgau steht vor großen Herausforderungen. Die Dorfmitte befindet sich im Leerstand. „Es ist so gut wie nichts mehr los“, sagt ein resignierter Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU). Das soll sich ändern.

Seit mehr als 15 Jahren macht der Wallgauer Dorfkern eine fatale Entwicklung durch. Immer weniger rührt sich in seiner Mitte, vor allem die Winter- und Zwischensaison nimmt zusehends ab. Das hat „gravierende Folgen für Gastronomie und Zimmerangebot“, stellt Hansjörg Zahler (CSU) bitter fest. Schon seit längerem beschäftigt sich der Rathauschef mit seinem Gemeinderat und dem Team der Dorfentwicklung mit dem Thema. Das Problem liegt für ihn auf der Hand: „Wir haben keine klare touristische Positionierung innerhalb der Alpenwelt Karwendel.“ Das Problem kennt auch Sabrina Blandau, Geschäftsführerin des Tourismusverbands: „Wir können leider nur das vermarkten, was vorhanden ist.“ Also muss für Wallgau nun ein Alleinstellungsmerkmal gefunden werden. Obwohl die Gemeinde ein starkes Werbeargument mit Magdalena Neuner hat, verfügen die Nachbarorte über „ein konkretes touristisches Produkt“, sagt Zahler.

Nun haben die Wallgauer einen neuen Ansatz ausgearbeitet. Das Schlagwort heißt Gesundheit. „Es findet ein Wertewandel zu einem gesunden und nachhaltigen Lebensstil statt“, erklärt Zahler. Genau auf diesen Zug will er aufspringen. Vor allem in Anbetracht des aktuellen demografischen Wandels, von dem Wallgau ebenfalls betroffen ist, würden sich neue Chancen in Sachen Präventions- und Therapieansätze auftun. Besonders schwebt ihm dabei eine neue „Entspannungskultur“ vor. Dasehrgeizige Wellness-Projekt rund um das Haus des Gastes soll ein „erster großer Schritt“ in diese Richtung sein. Doch auch die „nachhaltige Ausrichtung von Betrieben vor Ort“ sei ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Hierzu soll sich vor allem am Kirchenböbl, also in der Ortsmitte, einiges tun. „Wir haben seit mehreren Monaten eineTestphase für einen Dorfladen am Laufen.“ Dort können online regionale Produkte aus dem Isartal bestellt und nach Hause geliefert werden. Seit kurzem werden auf der Homepage „shop-gruss-aus-wallgau.de“ unter anderem heimische Wohlfühlprodukte wie Bodylotion mit Geschmacksrichtung „Wiesenduft“, Schafmilchseife oder warme Socken angeboten.

Drei Varianten für den Kirchenböbl

Doch zuerst muss der Kirchenböbl fit gemacht werden. Drei Varianten wurden ausgearbeitet. Vorschlag eins: das jetzige Gebäude abreißen und einen Neubau errichten. „Die Kosten hierfür lägen bei etwa 1,8 Millionen Euro.“ 20 Prozent davon würden gefördert werden. Vorschlag zwei: Verkauf oder Überlassung an eine privatwirtschaftliche Initiative. „Das Gebäude würde somit erhalten bleiben, die Bereitstellung eines Angebotes würde zur Belebung des Dorfplatzes beitragen“, sagt Zahler. Die dritte Möglichkeit wäre der Bau eines gemeindlichen Gebäudes, das ein Gesundheitsangebot abdecken würde.

Im Gebäude selbst soll neben dem Dorfladen eine Apotheke, eine Praxis für Allgemein-, Präventions- und Stressmedizin sowie Seminar- und Schulungsräume entstehen. Im Keller des Kirchenböbls wäre dann noch Platz für einen Aktivitätsbereich für Kurse, Workshops oder ähnliches auf etwa 200 Quadratmetern.

„Ende Juni wollen wir bei einer Bürgerversammlung den Gesamtlösungsvorschlag für den Dorfplatz, dem Kirchenböbl sowie für das Haus des Gastes präsentieren.“ Mitte Juli soll dann über die weitere Verwendung des Kirchenböbls im Gemeinderat abgestimmt werden. Damit wäre der erste Schritt schon getan.

Josef Hornsteiner

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