„Der Zehrwall ist nicht das Optimale.“ Bürgermeister Hansjörg Zahler

Wallgau trotzt den Wassermassen

Oberes Isartal - Mit einem blauen Auge ist Wallgau davon gekommen. Dessen Trinkwasserbrunnen hielt dem Hochwasser stand - wegen eines Schutzwalls.

„Das ist nicht richtig, da werden Steuergelder zum Fenster rausgeworfen.“ Vor knapp einem Jahr ärgerte sich der Wallgauer Fuhrunternehmer Erwin Mayr fürchterlich, als er flussabwärts des Isarstegs die Arbeiten am künftigen Zehrwall beobachtete. Für Mayr lediglich sündteure Sandkastenspiele. Wie auch immer man zu dieser künstlichen Geröllhalde stehen mag, wenigstens hat sie am regenreichen Wochenende ihre Funktion erfüllt. „Gott sei Dank“, meint ein erleichterter Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU). „Denn das Wasser ist mit solch einer Wucht gekommen.“ Falls eine Barriere unterhalb des Isarstegs gefehlt hätte, „wäre alles Richtung Brunnen gelaufen“.

In der Tat vereinigten sich in den vergangenen zwei Tagen einige hundert Meter flussaufwärts an der Schnittstelle von Finz und Isar ungeheuere Wassermassen, die nahezu ungebändigt Richtung Vorderriß schossen. Aber der Zehrwall, der laut Zahler nun jedoch „ausgezehrt“ sei, hat der Flut getrotzt. „Allerdings ist er nun deutlich angeknabbert“, berichtet Johannes Riedl, zuständiger Abteilungsleiter im Wasserwirtschaftsamt Weilheim. Der WWA-Experte verspricht eine zeitnahe Instandsetzung des Kiesdamms. Im Juli 2012 ist er entstanden. Riesige Bagger hatten damals in der Mitte des Flussbetts auf einer Länge von 400 Metern einen Graben gezogen. Den Aushub türmte man entlang des Ostufers zu einem Deich auf. Ein ähnliches Konstrukt hatte das WWA bereits 2005 realisiert.

Doch mit einer wenig robusten Geröllwand sei es auf Dauer nicht getan, moniert zum wiederholten Mal der Bürgermeister. „Der Zehrwall ist nicht das Optimale.“ Zahler fordert unterhalb des Isarstegs einmal mehr flächendeckende Kiesentnahmen (30 000 Kubikmeter pro Jahr), um die Hochwasser-Gefahr zu bannen. „Denn wir haben nur einen Trinkwasserbrunnen.“ Und dieser befindet sich nur etwa 130 Meter von der unberechenbaren Isar entfernt. Dieses Thema möchte Zahler am Donnerstag im Gemeinderat nochmals zur Sprache bringen. csc

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