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Herausforderer: Hans Baur (l.) unterliegt Landeshauptmann Karl Steininger (r.).

Landeschef herausgefordert

Baur rüttelt am Gebirgsschützen-Thron

Wallgau - Hans Baur hat’s gewagt: Er forderte den  Landeshauptmann der Gebirgsschützen heraus. Um ein Haar hätte der Isartaler gewonnen.

„Ich habe immer mit offenen Karten gespielt“, sagt Hans Baur. Schon Ende Februar wusste Landeshauptmann Karl Steininger (75), dass er es beim Jahrtag der bayerischen Gebirgsschützen in Bad Aibling mit einem Gegenkandidaten zu tun bekommt: Hans Baur aus Wallgau. In einer Kampfabstimmung unterlag er dem Amtsinhaber denkbar knapp – mit 48 zu 51 Stimmen.

Auslöser für seine Kandidatur war ein Treffen der Gau-Hauptleute und des Landesvorstands am 30. Januar in Gmund. Dabei soll laut Baur mitgeteilt worden sein, dass bei der Bundesgeneralversammlung in Bad Aibling in puncto Posten alles beim alten bleiben solle. „Das kann ich doch nicht ex cathedra verkünden“, echauffiert sich der Wallgauer. Spätestens in diesem Moment reifte bei ihm der Gedanke, gegen Steininger ins Rennen zu gehen – und zwar aus demokratischen Gepflogenheiten. „Aber das war keine Rebellion.“

Nie und nimmer habe er damit gerechnet, auch nur den Hauch einer Chance zu haben. Offenbar hat Baur mit seinem Appell zur Verjüngung und Erneuerung bei vielen gepunktet. Auch wenn das nie offen ausgesprochen würde.

Wäre die Wahl in gewohnter Weise, also per Handzeichen, abgelaufen, hätte Steininger mit Sicherheit ein besseres Ergebnis eingefahren, da ist sich der Wallgauer sicher. Er konnte hocherhobenen Hauptes ins Isartal zurückkehren. Auch die nächsten drei Jahre werde er loyal mit dem Landeshauptmann zusammenarbeiten, versichert der wiedergewählte Schriftführer. Seinem „Chef“ jedenfalls hat er eine ordentliche Watsch’n verpasst. „Das kann man so oder so sehen“, relativiert Baur, ohne ins Detail zu gehen. „Ich habe auf jeden Fall einen gewissen Dammbruch erzielt.“

Christof Schnürer

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