Spezial-Vehikel wie Franz Holzers (am Lenkrad) Talentschmiede-Motorrad, das vor zwei Jahren durch Wallgau ratterte, wird es beim Faschingszug in gut zwei Wochen eher nicht zu sehen geben. foto: tom/A.

Wallgauer Faschinszug eine Nummer kleiner

Wallgau - Lange stand in Wallgau ein Fragezeichen hinter dem Faschingszug. „Zu wenig Zeit, zu viel Aufwand“, hieß es. Nun schlängelt sich der - kürzere - Gaudiwurm doch wieder durchs Dorf.

Wenn zur Winterszeit auf dem Hof vom Berwein Sepp gehämmert und gesägt wird, dann wissen alle: Der Fasching steht vor der Tür. Diemal ist das allerdings anders. Denn zur Zeit werkelt der vielbeschäftigte Landwirt höchstens an seinem Holzstadel herum. Keine Spur von Mottowagen für den großen Maschkerazug am Faschingssonntag (10. Februar). Diese Spezial-Vehikel wird es beim Gaudiwurm 2013 auch nicht geben. Heuer dominieren das Fußvolk und die musikalische Note.

„Lieber kleiner und dafür gescheit“, bringt es Bürgermeister Hansjörg Zahler auf den Punkt. Der Grund für die Sparvariante ist ein handfester: Die Wallgauer stecken im Terminstress. Denn die Vorbereitungen auf das 1250-Jahrfest, das in wenigen Monaten starten soll, laufen bereits auf Hochtouren. „Da sind wir alle sehr eingespannt“, meint Josef Berwein.

Viele Jahre zählte er sowie Kämmerer Hans Zahler und Hans Bäck zu den Motoren des traditionsreichen Wallgauer Faschingszugs, der im Zwei-Jahres-Rhythmus unzählige Schaulustige in seinen Bann zieht. Egal ob die Olympia-Persiflage (2011), die Isartaler Version der Love-Parade (2003) oder der karnevalistische Abgesang auf die Städtepartnerschaft mit dem amerikanischen Leavenworth (2001) - die Wallgauer Faschings-Strategen haben ihren Gaudiwurm stets mit Esprit und enorm viel Aufwand zelebriert. „Und zwar seit Menschengedenken“, betont der langjährige Musikvorstand Alfred Sperer. Er spricht dabei „von gigantischen Zügen“.

Ein solcher solle es 2015 wieder werden, beteuert Bürgermeister Zahler. Der Rathauschef zeigt sich hocherfreut, dass der harte Kern trotz Terminhatz wieder was auf die Beine gestellt hat. Denn lange Zeit stand hinter dem Faschingszug 2013 ein dickes Fragezeichen. Nun haben rund 25 Wallgauer Karnevalisten kurzfristig das 1. Internationale Musikantentreffen aus dem Boden gestampft. Neben Roberto Blanco sollen DJ Ötzi, Hubert von Goisern und die Zillertaler Schürzenjäger Farbe in die Show bringen. Der bizarre Promi-Aufgalopp spielt sich hauptsächlich vor und im Haus des Gastes ab.

Das Schönste dabei: CSU-Gemeinderat Berwein zufolge habe das Festkomitee bereits einen zahlungskräftigen Sponsoren gefunden. Angeblich wolle der Bürgermeister Schnaps, Bier und Wein spendieren. „Der will ja schließlich 2014 wiedergewählt werden.“ Der vermeintliche Geldgeber verkneift sich hierzu jeglichen Kommentar. csc

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