Ein Wanderer steht am auf dem Pürschling bei Unterammergau und blickt auf die Ammergauer Alpen.
+
Ein Wanderer steht am auf dem Pürschling bei Unterammergau und blickt auf die Ammergauer Alpen.

Entlastung „klassischer Ausflugsziele“

Statt Parkchaos: Alpenverein will Münchner mit „Bergbus“ zum corona-konformen Wandern fahren - besondere Ziele

  • Veronika Mahnkopf
    VonVeronika Mahnkopf
    schließen

Der Alpenverein will bald einen Bergbus einsetzen, der Wanderer und Ausflügler von München an besondere Ziele in den Bergen bringt. Er zieht dabei Lehren aus dem Corona-Sommer 2020.

München/Garmisch-Partenkirchen - Die Bilder sind noch vielen im Gedächtnis: Ausflügler und Wanderer parkten im Sommer und Herbst 2020 die beliebten Ziele in den Bergen südlich von München gnadenlos zu. Vielerorts kein Durchkommen mehr, auf dem Weg zu Schliersee und Tegernsee, nach Garmisch-Partenkirchen, ins Berchtesgadener Land, staute es sich stundenlang.

In den Staus standen viele Münchner, die sich wegen der Einschränkung der Bewegungs- und Reisefreiheit in der Corona-Pandemie überwiegend im nahen Alpenvorland aufhielten. Vielerorts schon lange schwelende Konflikte zwischen Städterern und Landbevölkerung eskalierte zunehmend. Und auch der zaghafte Frühlingsstart der vergangenen Tage hat gezeigt: Die Ausflugslust der Menschen ist ungebrochen, das Thema wird im zweiten Corona-Jahr wiederkehren.

Wandern in der Corona-Pandemie: Münchner Bergbus als Alternative

Doch heuer soll der Sommer anders werden. Der Alpenverein München - Oberland (DAV) will Ausflüglern die Möglichkeit geben gemeinsam anzureisen: mit dem sogenannten Münchner Bergbus.

Plan ist es laut DAV München - Oberland-Homepage, ab Pfingsten 2021 mit einem Pilotversuch für acht bis zehn Wochen zu starten. Busse sollen die Münchner dann an ausgewählte Ausflugsziele in Chiemgau, Ammergauer Alpen und Allgäu bringen. Sie sollen samstags und sonntags jene Ziele in den Gebieten anfahren, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer erreichbar sind - und die nicht die beliebtesten, sondern durch ihre Abgeschiedenheit eher unbekannte sind. „Damit entlasten wir nicht nur die Straßen, sondern auch klassische Ausflugsziele von Besucherströmen“, so der DAV München - Oberland.

Münchner Bergbus: Aktuell Planungsphase, Testphase ab Pfingsten 2021

Die Busse sollen zu verschiedenen Tageszeiten starten, passend für Frühaufsteher, die zu langen Touren aufbrechen wollen, aber auch für jene, die es gemütlicher angehen lassen wollen. Außerdem verspricht die DAV-Gruppe, Platz für Kinderwägen, Ausrüstung und Fahhräder zu bieten - wenn diese vorher angemeldet werden.

Die Tickets sollen online erhältlich sein. Aktuell befinde man sich in der Planungsphase, weitere Infos sollen folgen. Schon jetzt stößt der Münchner Bergbus aber auf breite Zustimmung. „Mega Idee, richtig toll! Wir besitzen kein Auto und fahren immer öffentlich. Der Bus bringt uns dann endlich mal zu neuen Zielen, die wir mit der Bahn nur schwer erreichen können. Ich und meine bergbegeisterten Kinder freuen uns riesig drauf“, schreibt eine Bergfreundin auf der Facebook-Seite der DAV-Gruppe.

Auch in anderen Teilen Bayerns drängt es die Menschen nach draußen. So musste die Polizei in Regensburg einschreiten, weil sich zu viele Ausflügler an der Walhalla tummelten.

GAP-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer GAP-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Garmisch-Partenkirchen – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Kommentare