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Die Idee, einen Fitness-Parcours - mit installierten Baumstämmen als Sportgeräten - kam gut an. 

Weder Haftungsfragen noch Finanzierung sind geklärt

"Wank-Trail": Noch zu viele offene Fragen 

Garmisch-Partenkirchen - Gute Idee, aber noch unausgegoren: Bei der Detailplanung für den Trainingspfad am Wank geriet die Bürgergruppe Agenda 21 ins Schlingern. Über den Zuschuss konnte der Tourismus-Ausschuss deshalb noch nicht abstimmen. 

Das Ansinnen ist sportlich: Die lokale Agenda 21 will am Wank in Garmisch-Partenkirchen eine Art Trimm-Dich-Pfad errichten. Im Tourismus-Ausschuss sollte über einen Zuschuss-Antrag beraten werden – so stand es zumindest auf der Tagesordnung. Im Laufe der Diskussionen kam dann aber heraus, dass die Gemeinde am besten noch für Trägerschaft, Wartung und Versicherung aufkommen soll. Das war den Ausschuss-Mitgliedern zu viel: Sie verschoben die Entscheidung einstimmig.

„Ich habe Bauchgrimmen“, sagte Ausschuss-Vorsitzender Wolfgang Bauer (CSU). Denn: Trotz der guten Idee, für die es in der Sitzung viel Lob gab, blieben zu viele Fragen offen. Auch stieß die Vorgehensweise einigen im Gremium sauer auf. Denn ihnen wurde nur nach und nach reiner Wein eingeschenkt.

Für die Bürgergruppe sprach hauptsächlich Siegfried Appler, begleitet hatte ihn Agenda-Vorsitzender Markus Kollmannsberger. Ihre Idee, unter dem Arbeitstitel „Wank-Trail“ einen Fitness-Parcours entlang des Wegs von der Gamshütte bis zur Mittelstation zu errichten, kam gut an. Auch die Art und Weise: Denn geplant ist, die Sportgeräte in Form von Baumstämme zu installieren. „Es soll fünf Stationen geben“, erklärte Appler. Dazu gehörte ein Drei-Stufen-Reck (nicht höher als 1,20 Meter), ein Step-up-Baum, ein Sit-up-Stamm zum Trainieren der Bauchmuskeln und eine Art Bankhantel – alles aus Lärchenholz. Die Kosten würden zwischen 15 000 bis 25 000 Euro liegen. Geplant sei außerdem, eine Vogel-Beobachtungsstation zu installieren. Eine jährliche Inspektion, hieß es weiter, solle die Mittelschule Partenkirchen übernehmen. Und vielleicht, sagte Appler, könne auch die Familie Neureuther als Partner gewonnen werden. Zudem stehen 60 Prozent Leader-Förderung in Aussicht.

So weit, so gut. Doch als die Ausschuss-Mitglieder anfingen, Detailfragen zu stellen, geriet der Agenda-Vertreter ordentlich ins Schlingern. Völlig unklar war nämlich, welche Absprachen es mit dem Besitzer des Grundes – den Bayerischen Staatsforsten – gibt. Appler erklärte der Runde, dass er seit Monaten in Gesprächen mit Walter Echter vom Forst steht. Dessen CSB-Parteikollege Franz Buchwieser berichtet allerdings, dass er mit Echter am Vortag gesprochen habe. „Er weiß von nichts.“ Sichtlich irritiert rief Appler daraufhin „Das stimmt doch nicht.“

Auf Tagblatt-Anfrage bringt der Betroffene Licht ins Dunkel: „Ich bin sehr wohl informiert“, sagt Echter. Und er habe Appler erklärt, dass mit dem Forst ein Gestattungsvertrag abzuschließen sei, mit dem auch die Haftung und der Unterhalt geklärt werde. Vertragspartner des Forsts sei „in der Regel die Gemeinde“. Zum Beispiel bei den Wanderwegen. Deshalb mache es Sinn, wenn die Kommune auch den Trail am Wank bewirtschafte.

Wegen der Wartung sorgt sich die Agenda im Übrigen nicht besonders. „Die ist eigentlich aufwandsfrei“, meinte Appler zur Pflege der Baumstämme. „Die machen überhaupt keine Probleme.“

Buchwieser, von Beruf Schreiner, hatte da eine andere Meinung. „In einem Jahr ist das doch alles moosig und glitschig.“ Wer dann auf einen Stamm steigt, könnte leicht wegrutschen und sich im schlimmsten Fall verletzten. Für Ausschuss-Mitglied Hermann Guggemoos (CSU) gab es weitere Kritikpunkte: Zum einen sah er den auf 2,5 Stunden angelegten Pfad als problematisch an – weil er zu lang ist. Zum anderen seine Lage. Guggemoos fragte sich, ob es nicht bessere Standorte gibt. Welche, „die leichter zu erreichen sind.“ In die selbe Kerbe schlug Parteikollege Dr. Günter Steinebach. „Wenn er näher liegen würde, könnte man ihn schneller meistern.“ Letztendlich brach Bauer die Diskussion ab, weil es zu viele Fragen und zu wenig Antworten gab. Um letztere soll sich die Agenda kümmern.

red

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