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Verhüllte Parkschilder sieht man derzeit an der Talstation der Wankbahn. Wer sein Auto dort abstellen will, muss ab 20. Mai einen Parkschein lösen.

Drei Euro für einen Tag

Wankbahn: Parkgebühr in der Kritik

Garmisch-Partenkirchen - Die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) führt Parkplatzgebühren an der Talstation der Wankbahn ein. In Kraft tritt die Änderung am 20. Mai. Davon ist nicht jeder begeistert.

Martin Schröter (FDP) ist ein Mann, der immer mal wieder aneckt. Er hinterfragt die Dinge und scheut sich nicht davor, Kritik anzubringen. So auch in diesem Fall. Denn mit der Entscheidung der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) ab dem 20. Mai Parkplatzgebühren an der Talstation der Wankbahn in Garmisch-Partenkirchen zu erheben, hat das Mitglied des Marktgemeinderats so seine Schwierigkeiten. „Für mich wirkt die Parkgebühr wie eine versteckte Preiserhöhung der Wankbahn-Fahrscheine“, echauffiert sich Schröter.

Ein Vorwurf, den Verena Lothes, Kommunikationsmanagerin der BZB, entschieden zurückweist. „Als wirtschaftlich handelndes Unternehmen, das nicht von Steuergeldern finanziert wird, sind wir dazu angehalten, kostendeckend zu arbeiten.“ Dies bedeute, dass Ausgaben, wie die Instandhaltung der Parkplätze und Toiletten, sowie die Müllentsorgung zu einem gewissen Teil auch an die Nutzer der Parkflächen weitergegeben werden. Heißt für die Zukunft: Drei Euro als Tagesgebühr und sechs Euro für diejenigen, die ihr Auto über Nacht an der Wankbahn stehen lassen wollen. Die Gebühr direkt auf den Ticketpreis aufzuschlagen, war keine Option. „Die vielen Gäste, die zu Fuß, mit dem Rad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln an die Talstation kommen, müssten sonst für etwas zahlen, das sie nicht nutzen.“

Doch Schröter hat noch weitere Kritikpunkte auf Lager. „Die BZB bietet für die Parkgebühr keine besondere Gegenleistung und schadet somit dem Tourismus.“ Schon die Schließung der Bahn über die sonnigen Ostertage sei nicht förderlich gewesen. „Ein Riesenfehler“, beklagt der Politiker. Einen konkreten Vorschlag, wie man den Fremdenverkehr auch mit den neuen Parkscheinen innovativ fördern könne, hat er sich schon überlegt: Die entrichtete Gebühr soll in Form eines Verzehrgutscheins für die, ebenfalls von der BZB betriebene, Sonnen-Alm auf der Bergstation des Wank angerechnet werden. „Der Kunde wird im Normalfall mehr als nur diese drei Euro in der Alm ausgeben und somit den Umsatz weiter steigern.“

Eine Idee, mit der er bei Lothes auf wenig Zustimmung stößt. In ihren Augen ist keine zusätzliche Gegenleistung nötig, da der Gast eine „funktionierende Infrastruktur und kostenlose Toiletten“ vorfinde. Eine Koppelung der Parkscheine an das gastronomische Angebot hält sie für falsch. „Wir wollen durch Qualität, Geschmack und ein schönes Ambiente überzeugen. Nicht durch die Ausgabe von Gutscheinen.“

Auswirkungen könnten die neuen Parkpreise indes auch für Jerosim Stankovic haben. Der Inhaber des nahe gelegenen Schützenhauses befürchtet, dass sich viele Wanderer und Wankbahn-Nutzer das Ticket sparen wollen und ihr Auto stattdessen – kostenfrei – vor seinem Wirtshaus abstellen. „Ich bin sehr gespannt, wie sich das entwickelt“, sagt Stankovic. Handeln möchte er aber zunächst nicht. „In etwa zwei Monaten werde ich entscheiden, wie ich reagieren muss.“

Ob die Marktgemeinde nochmal das Gespräch mit der BZB sucht, wird sich im Tourismusausschuss zeigen. Schröter wird jedenfalls mit gewohntem Nachdruck für seine Einwände werben.

Simon Nutzinger

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