Ostbahnhof ist für S-Bahnen wieder frei – noch immer herrscht Chaos

Ostbahnhof ist für S-Bahnen wieder frei – noch immer herrscht Chaos
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Rundum zufrieden mit dem bisherigen Winter sind Tobias Papistock (links) und Martin Kempfle, die Betreiber der Wanklifte in Oberammergau.

Klein, aber fein - das Skigebiet der Wanklifte in Oberammergau

Der kleine Bruder des Kolben

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Oberammergau - Langlaufvergnügen unter Flutlicht - das ist für ambitionierte Hobbyläufer ab sofort in Oberammergau möglich.

Eigentlich sollte Tobias Papistock wie seine Kameraden vom Fußball-Kreisligisten FC Bad Kohlgrub-Ammertal ja schon im Trainingsbetrieb zur Vorbereitung auf die Rückrunde stehen. Seine Leidenschaft für das runde Leder muss der Tobi aber gerade zügeln: „Es hilft nichts, die Arbeit geht nun mal vor.“ Vor 20 Uhr ist selten Schluss für ihn, der Kunde erwartet bestens präparierte Pisten am nächsten Morgen.

Vor zwölf Jahren haben Papistock und Martin Kempfle die Wanklifte in Oberammergau am Fuße des Kolben übernommen und Schritt für Schritt zu einem kleinen, aber feinen Skigebiet vor allem für Kinder und Anfänger ausgebaut. Seit zehn Jahren wird technisch beschneit, inzwischen mit immerhin drei Schneekanonen und drei Lanzen: „Ohne würd’s nimmer geh’n, da müssten wir zusperren“, ist Tobias überzeugt. Denn so einen Winter wie heuer, den gibt’s ja – leider – nicht jedes Jahr.

Neue Hütte, Kinderland und Snowpark

Auch wenn das Skigebiet von der Größe her überschaubar ist, zu tun ist immer etwas, um die zwei Seillifte, den Teller- und Bananenlift in Schuss zu halten und die Pisten optimal zu präparieren. Acht Mitarbeiter, inklusive der beiden Chefs, kümmern sich darum, dass alles läuft. Eine ständige Verbesserung des Angebots erfordert Investitionen, das wissen Papistock und Kempfle. So steht seit diesem Winter ein neues, 8 mal 8 Meter großes Holzgebäude auf dem Areal: Mit Eigenleistung konnten die Kosten gedrückt werden. Darin untergebracht sind ein Wärmeraum für die Skikurskinder, der Skiverleih, die Kasse für den Lift und die Anmeldung für die eigene Skischule. Neben den Kindern und Familien legen die Betreiber bei den Zielgruppen einen Schwerpunkt auf die Jugend. Ein 450 Meter langer Snowpark mit Boxen, Rails und Kicker lockt Freestylefahrer und junges Publikum aus der Region und sogar aus München, Fürstenfeldbruck und Augsburg nach Oberammergau: „Sowas gibt es im Oberland kaum“, erzählt Tobias Papistock. Auch nachts, jeden Freitag von 19 bis 22 Uhr bei einer „Nightsession“, können sich verwegene Snowboard-Freaks auf der Strecke an den Wankliften austoben.

Nunmehr warten Papistock und Kempfle mit einer neuen Idee auf – einer Nachtloipe für ambitionierte Langläufer und Skiclubs zum Trainieren, vorerst nur für Skater. „Draufgebracht haben uns Holger Meichsner und Seppi Pongratz. Die glauben, dass so etwas abgeht“, berichten die Betreiber. Aber der ein Kilometer lange Rundkurs hat es durchaus in sich und enthält zahlreichen Kurven, Steigungen und Abfahrten: „Das Gelände ist ideal für’s Training, weil es den Sportler fordert“, glaubt Tobias Papistock. Am morgigen Freitag, 27. Januar, erfolgt der Startschuss: „Wir machen in diesem Winter mal einen Testlauf und bieten den Nachtlanglauf für sieben Euro je Nutzer inklusive Parkgebühr künftig jeden Freitag von 19 Uhr bis 22 Uhr an. Dann sehen wir, wie der Kurs angenommen wird. Wenn die Nachfrage entsprechend ist, können wir die Strecke jederzeit erweitern“, blickt der 30-Jährige schon mal in die Zukunft. An Unternehmergeist fehlt’s jedenfalls nicht. Es macht auch „mächtig viel Spaß, noch dazu bei einem solchen Winter“. Erst zum Ausklang rückt dann der Fußball wieder ins Blickfeld. Beim Trainingslager am Gardasee mit seinen Kameraden will Papistock „auf alle Fälle dabei sein“. Dann muss er aber erst mal konditionelle Rückstände aufholen.

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