Eine Aufmerksamkeit überreicht SPD-Ortsvorsitzende Daniela Ostler an Referent Wotan Lichtmeß. foto: schneider

„Wasser läuft 24 Stunden lang“

Garmisch-Partenkirchen - Wotan Lichtmeß, Gemeindewerke-Vorstand, spricht beim Themenabend des SPD-Ortsverbandes über die Energiewende in Garmisch-Partenkirchen. Er plädiert für Ausbau der Wassser-Kraftwerke.

„Wir hatten unsere Energiewende vor der Energiewende“, sagt Wotan Lichtmeß. Beim Themenabend des SPD-Ortsverbands Garmisch-Partenkirchen im Gasthof zur Linde hat der Vorstand der Gemeindewerke den rund 25 interessierten Zuhörern seine Einschätzung zum Thema Energiewende im Kreisort vermittelt.

Schon vor der Nuklearkatastrophe von Fukushima 2011 hat Lichtmeß mit den Gemeindewerken drei Wasserkraftwerke (Esterberg, Höllental und Loisach) in Betrieb genommen. Dazu kommen 23 größere und kleinere Photovoltaikanlagen, eine Biogasanlage und vier Blockheizkraftwerke, die allein Energie für rund 5000 Haushalte liefern. „20 Prozent des Strombedarfs für Garmisch-Partenkirchen decken wir aus erneuerbaren Energien“, sagte Lichtmeß. Der Rest wird an der Strombörse zugekauft. „Doch seit 2011 herrscht Stillstand.“

Dabei hat der Vorstand noch viele Ideen - und konkrete Pläne. Für das Schachtkraftwerk an der Loisach, das die Werke zusammen mit der Kommune Großweil errichten will, läuft das Genehmigungsverfahren. Doch es gibt Schwierigkeiten, da die Anlage am Rand eines FFH-Gebietes liegt. Gleiches gilt für die Bereiche am Lahnewiesgraben, Partnach und Ferchenbach, wo sich Lichtmeß ebenfalls Kleinkraftwerke vorstellen kann. „Sonne und Wind gibt es nur begrenzt, doch Wasser läuft 24 Stunden lang.“ Sobald es aber um Gewässer und Landschaft ginge, hätten Naturschutzorganisationen ein gewichtiges Wort mitzureden, betonte der Vorstand.

Aber es gibt auch gute Nachrichten: Am Donnerstag hat Lichtmeß vom Kreistag Grünes Licht für den Bau einer Biogasanlage in den Loisachauen bekommen. Diese wird ausschließlich mit Müll aus den Biotonnen der Landkreis-Bewohner gespeist. Mit dem daraus gewonnenen Gas kann künftig das Heizkraftwerk an der Adlerstraße betrieben werden. „Das ist eine einmalige Sache, für die sich auch schon andere Kommunen interessiert haben“, erklärte Lichtmeß.

SPD-Kreisvorsitzende Dr. Sigrid Meierhofer brannte am Ende noch eine Frage unter den Nägeln: „Was kommt noch auf Garmisch-Partenkirchen zu?“, fragte sie. „Bei Gebäuden ist noch ein Einsparpotential von zehn Prozent da“, meinte Lichtmeß. Die Stromlücke will er weiterhin mit Wasserkraft schließen. Denn, und da waren sich alle einig: „Photovoltaik allein ist im Landkreis keine Lösung.“

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