Amerikanische Freunde: Bürgermeister Adolf Hornsteiner (l.) heißt Kathryn Nehlsen und ihren Gatten, Hauptmann Matthias Dreher von der US Army in Böblingen, in Mittenwald willkommen. fotos (3): kunz

Im Wechselbad der Gefühle

Mittenwald - Emotional auf und ab ging’s 2011 in Mittenwald. Doch Herausforderungen stehen auch 2012 an. Das wurde beim Neujahrsempfang der Marktgemeinde und Bundeswehr in Mittenwald deutlich.

350 Gäste - mit einer solchen Resonanz hatte der Hausherr nicht gerechnet. „Ich bin überwältigt“, meinte Oberst Günter Görsch eingangs seiner Rede. Zum zwölften Mal veranstalteten die Marktgemeinde Mittenwald und die Bundeswehr einen gemeinsamen Neujahrsempfang im Standortoffiziersheim. Zuvor mussten Bürgermeister Adolf Hornsteiner, dessen Ehefrau Gabriele und Görsch, Kommandeur der Gebirgs- und Winterkampfschule, viele Hände schütteln - die von Honoratioren, die von hochdekorierten Soldaten aus dem In- und Ausland und die von Politprominenz.

Dabei musste man zweimal bei CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt hinsehen: Das lag zum einen an seiner stylischen Brille, zum anderen an seiner ungewohnt schlanken Figur. 20 Kilo hatte sich der Bundestagsabgeordnete aus Peißenberg in den vergangenen Monaten herunter gehungert. Ob’s wohl auch an dem turbulenten Hin und Her im Vorfeld der Standortschließungen lag? Dass die Garnison Mittenwald bei der Verkündung im Oktober 2011 ungeschoren davon kam, lag laut Oberst Görsch auch an Dobrindt. „Ich danke Ihnen, Herr Abgeordneter, ganz persönlich für Ihr Engagement und den wertvollen Gedankenaustausch.“ Ganz besonders freue ihn, ergänzte der Schulkommandeur, dass im Zuge dieser Debatte die Gebirgsjäger in Mittenwald nicht zum bloßen „Wirtschaftsfaktor degradiert wurden, sondern hier eine Rolle als aktiver Bestandteil der Gesellschaft besitzen“.

Und noch etwas hat der gemeinsame Kampf um den Standort Mittenwald gezeigt: Aus der Verbindung Görsch und Hornsteiner erwuchs in dieser Zeit eine echte Männerfreundschaft. Das unterstrich vor allem der Bürgermeister in seiner 20-minütigen Ansprache, bei der Hornsteiner auch einen Blick aufs Große und Ganze wagte. „Unsere Finanzwelt ist aus den Fugen geraten“, konstatierte der 50-jährige Rathauschef. Wie gut, dass im schwarz-gelb regierten Bayern seit Jahren ein schuldenfreier Haushalt aufgestellt werden könne bei gleichzeitigem Schuldenabbau. „Ich bin mal gespannt“, unkte CSU-Politiker Hornsteiner, „wie das der Oberbürgermeister aus München (Anm. d. Red.: SPD-Spitzenkandidat Christian Ude) das noch besser machen will.“

Den versammelten Abgeordneten Dobrindt, Klaus Breil (FDP) und Martin Bachhuber (CSU) rief er entgegen, Mittenwald bei der drei Millionen Euro teuren Lawinenverbauung in der Rainlähne zu unterstützen. Zumal es in Zeiten milliardenschwerer Rettungsschirme für Griechenland oder Spanien darauf auch nicht mehr ankomme. Die Lacher hatte Hornsteiner mit solchen Sichtweisen natürlich auf seiner Seite. Doch spätestens beim anschließend Buffet wurde beim Plausch in kleiner Runde deutlich, dass 2011 wirklich ein Wechselbad der Gefühle war - und das wird 2012 nicht anders sein.

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