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Vor der erhabenen Kulisse der Basilika sollen in der Adventszeit im Kloster Ettal einige Gottesdienste stattfinden.

Benediktinerkloster will Menschen eine kleine Weihnachtsfreude bereiten

Ettaler Mönche laden zu Christmette unter freiem Himmel

  • Ludwig Hutter
    vonLudwig Hutter
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Corona belastet viele Menschen. Und Weihnachten ist nicht mehr fern. Hier will das Kloster Ettal ein bisschen Freude schenken.

Ettal – Welch’ besondere Atmosphäre der Innenhof des Benediktinerklosters Ettal ausstrahlt, hat sich in der Vergangenheit schon mehrfach bei öffentlichen Veranstaltungen gezeigt. So etwa bei den Klassik-Konzerten im Rahmen des Richard-Strauss-Festivals, bei einem Gemeinschaftskonzert heimischer Musikkapellen im Rahmen der Bayerischen Landesausstellung oder auch bei der großen Serenade des Gebirgsschützen-Bataillons Werdenfels im August 2018. Jährlich führt auch die Prozession des Konvents an Fronleichnam durch dieses Karree.

Die Corona-Pandemie war bzw. ist Auslöser, dass der malerische Kloster-Innenhof mit der majestätischen Basilika einen wichtigen Platz in den Planungen von Gottesdiensten und Feiern im Dezember einnehmen soll. Abt Barnabas Bögle: „Weihnachten ist für die Christen und alle Menschen ein ganz besonderes Fest. Gerade in diesen schweren Tagen mit vielen schaurigen Nachrichten haben die Leute ein Bedürfnis und eine Sehnsucht nach innerem Frieden. Es gibt auch noch eine andere Botschaft. Dem wollen wir als Kloster Rechnung tragen.“ Im Klartext: Sofern das Wetter irgendwie mitspielt, soll die Christmette am Heiligen Abend in diesem Jahr vor der Klosterkirche im Freien stattfinden. „Nur bei ganz widrigen Bedingungen wie Glatteis, Regen, großer Kälte oder Schneetreiben würden wir in die Kirche ausweichen, sonst findet sie draußen statt. Wir wollen die Liturgie etwas straffen“, ergänzt Cellerar Pater Johannes Bauer.

Großer Christbaum im Innenhof

Erstmals wird im Innenhof an Weihnachten auch ein großer Christbaum aus dem Klosterwald aufgestellt, dazu eine kleine Hütte als Krippe mit Maria und Josef und dem Jesukind. Über den Torbögen an den Eingängen wollen die Patres alte Kirchenbilder in den Fenstern beleuchten. Pater Johannes: „Über dem Ammergauer Tor wird die Szenenfolge aus Verkündigung, Geburt und Anbetung dargestellt, am Eingang zur Schule eine Abbildung Johannes des Täufers. Das Ganze ist bereits ab dem ersten Adventsonntag, 29. November, zu sehen. Darüber hinaus wollen wir die Wege im Innenhof mit Fackeln ausleuchten.“

Wenn die Christmette in Ettal heuer im Freien stattfindet, wäre das eine Premiere. „Nach meiner Erinnerung gab es das noch nie“, so der Cellerar, der daran erinnert, dass am ersten Weihnachtsfest nach Kriegsende 1945 die Christmetten überall in Deutschland im Freien stattgefunden haben, weil die Kirchen zerstört waren.

Traditionell wird jedes Jahr vor Weihnachten die Ankunft des Friedenslichts aus der Geburtsgrotte zu Betlehem im Kloster Ettal würdig gefeiert. Auch dieser Gottesdienst am Sonntag, 13. Dezember, um 19 Uhr soll im Innenhof zelebriert werden. Abt Barnabas möchte in diesen aufwühlenden Zeiten alle Hilfe- und Ratsuchenden zum gemeinsamen Gebet und Hinwendung zu Gott einladen: „An den Sonntagen in der Adventszeit feiern wir um 7 Uhr, um 9.30 Uhr und um 11 Uhr Gottesdienst. Am ersten Advent möchten wir am Samstag, 28. November, um 19 Uhr eine Andacht mit altbekannten Adventsliedern mit Meditation in der Kirche halten.“ Auch der Jahresausklang im Kloster Ettal soll in diesem Jahr am Silvesterabend unter freiem Himmel stattfinden mit den Ettaler Sternsingern und der örtlichen Blasmusik. Der Klostervorsteher betont abschließend, „dass unser Kloster und wir Benediktinermönche den Menschen in der Region, auch denen, die unter dieser Pandemie leiden, eine kleine Weihnachtsfreude bereiten wollen ...“

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